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Baugeschehen
Willkommen im Kulturhaus Plessa

„Hereinspaziert in das helle Kulturhaus Plessa“, laden Karnevalspräsident Peter Werner und Lothar Thieme vom Kulturverein zu einem Besuch ein.
„Hereinspaziert in das helle Kulturhaus Plessa“, laden Karnevalspräsident Peter Werner und Lothar Thieme vom Kulturverein zu einem Besuch ein. FOTO: Veit Rösler
Plessa. Die bisherigen Bauarbeiten haben reichlich Licht in das denkmalgeschützte Gebäude gebracht.

Darauf haben viele Einwohner und Gäste des Hauses lange gewartet: Das unter Denkmalschutz stehende Kulturhaus in Plessa, direkt an der Bundesstraße 169 gelegen, ist in der dunklen Jahreszeit ein echter Lichtblick. Die ersten großen Schritte der Sanierung können sich sehen lassen.

„Jetzt strahlt mit dem Licht aus dem Innern des Saales sprichwörtlich wieder das bunte Leben aus dem Kulturhaus in die Gemeinde“, schwärmt Lothar Thieme vom Plessaer Kulturverein beim Anblick des in abendliche Dunkelheit getauchten Hauses. Die nächsten, die das genießen können, sind die Besucher der Karnevalveranstaltungen.

Mit den eingebauten neuen, hellen Fenstern und den nun offenen, ebenfalls neuen Vorhängen ist das alte Gebäude auch von außen optisch erwacht. Doch die Arbeiten sind noch längst nicht beendet.

Als Orkan Kyrill Mitte Januar 2007 mitten in Plessa tobte, sind Teile von Dachziegeln in das Rollenwerk des seitlich verlaufenden Rollenpanzers der alten Kinovorhänge gestürzt. Dadurch war es nicht mehr möglich, diese zu öffnen. Die Verdunklung ist nun sogar ein Bestandteil des Brandschutzkonzeptes. Melden die Rauchmelder ein Problem, werden die Vorhänge automatisch aufgezogen und die oberen Fenster geöffnet. Dadurch kann der Rauch im Ernstfall aus dem Saal abziehen.

Mit Karnevalspräsident Peter Werner ist auch der närrische Verein froh über die gegenwärtige Entwicklung. Seit der Schließung im Jahre 2007 aufgrund von Brandschutzmängeln musste der Karneval mehrmals in einem Festzelt vor dem Kulturhaus veranstaltet werden.

Sogar über den Abriss des Hauses war einst nachgedacht worden. Die Einwohner hatten sich dagegen erfolgreich gewehrt. Erste um das Jahr 2007 gegründete Initiativen und der daraufhin ins Leben gerufene Kulturverein haben drinnen und außen eine ganze Reihe nennenswerter Fortschritte gebracht.

Doch es werden auch weiterhin Handwerker bestellt. So müssen zum Beispiel noch ein Lastenaufzug, ein Personenaufzug und eine neue Heizung eingebaut werden. Neues Mobiliar wird einen weiteren fünfstelligen Betrag fordern. Zeitnah soll die Fassade, insbesondere das Eingangsportal, mit vorerst zwei Senkrechtstrahlern von unten nach oben angeleuchtet werden. Darüber hinaus wird über die Anschaffung noch weiterer Außenbeleuchtungselemente nachgedacht. So könnte die Fassade zum Beispiel von wandernden punktförmigen Laserstrahlen oder sich bewegenden Laserfiguren beleuchtet werden.

Schon jetzt kann sich die investierte Summe zeigen. „Für das neue Dach, die Dämmung darunter und für den Brandschutz wurden 619 000 Euro ausgegeben. Davon waren 464 000 Euro Leader-Fördermittel aus dem EU-Topf für die ländliche Entwicklung“, sagt der Plessaer Amtsdirektor Göran Schrey. Die Verwaltung hat die Vorbereitung und die eigentlichen Arbeiten intensiv begleitet.

Weitere 250 000 Euro waren Denkmalfördermittel und Spenden. Dieses Geld ist für neue Fenster und Fensterbleche ausgegeben worden.

„Das Ziel in den nächsten Jahren ist es, die restlichen Fenster zu wechseln, die Barrierefreiheit herzustellen und die Brandschutzmaßnahmen abzuschließen“, blickt der Amtsdirektor voraus. „Hier gilt es, weitere Fördermittel zu akquirieren, ohne den Haushalt der Gemeinde Plessa mit hohen Eigenanteilen zu belasten.“ Die Sanierung im Inneren des Hauses erfolge heute schon mit einem hohen ehrenamtlichen Einsatz.

„Die Wiedereröffnung am 13. Januar war ein toller Auftakt. Vorgesehen ist, dass im Kulturhaus in jedem Jahr ein anspruchsvolles Programm auf die Beine gestellt wird“, baut er auf die vielen freiwilligen Organisatoren. In diesem Jahr seien nach dem Karneval weitere Veranstaltungen geplant. „Es ist bemerkenswert, dass das Kulturhaus hauptsächlich mit ehrenamtlichen Personen betrieben wird“, lobt Göran Schrey den Einsatz der Plessaer.