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| 02:39 Uhr

Wieder neuer Rekord beim 24-Stunden-Schwimmen

Rekord: 222 Starter, so viele waren es noch nie, kämpfen beim 24-Stunden-Schwimmen um Meter. 15 Mannschaften und zahlreiche Einzelstarter schwimmen bis Sonntagfrüh kurz nach 10 Uhr.
Rekord: 222 Starter, so viele waren es noch nie, kämpfen beim 24-Stunden-Schwimmen um Meter. 15 Mannschaften und zahlreiche Einzelstarter schwimmen bis Sonntagfrüh kurz nach 10 Uhr. FOTO: M. Claus/mcl1
Bad Liebenwerda. Das Wonnemar platzte aus allen Nähten. Zum ersten Mal musste am vergangenen Wochenende beim 24-Stunden-Schwimmen im Wonnemar in Bad Liebenwerda sogar einer kompletten Mannschaft abgesagt werden, weil es auch so schon fast Dauerstau auf den 25-Meter-Bahnen gab. Mona Claus / mcl1

Samstag, kurz nach 9 Uhr im Wonnemar in Bad Liebenwerda. Alle gemeldeten 15 Mannschaften sind eingetroffen. "Bettenbauen" ist zuerst angesagt. Betten sind in diesem Fall Liegen, die dicke Auflagen bekommen. Und es ist nicht zu übersehen: Luxus zieht ein beim beliebtesten Schwimmwettkampf des Jahres. Immer mehr Sportler reisen mit aufblasbaren Komfortzonen an. Immerhin sind die Kuschelnischen für 24 Stunden der Rückzugsort und Oase, um sich vom Brustschwimmen und Kraulen zu erholen.

Den größten Platz brauchen die Gastgeber. Der seit 1. Januar offiziell existierende Schwimmclub Lubwart Bad Liebenwerda, herausgelöst vom TSV Lubwart, bringt 45 Aktive an den Start - Kinder, Jugendliche, Muttis und Vatis. Doch auch das Team der DLRG Bad Liebenwerda kann sich sehen lassen. Zwei Mannschaften mit insgesamt knapp 30 Startern wollen es diesmal wissen. Und mittendrin haben die ihr Domizil aufgeschlagen, die die weiteste Anreise haben und trotzdem regelmäßig am Start sind: die Schwimmer vom SV Neptun Lübbecke aus Bad Liebenwerdas Partnerstadt. Diesmal sind sie schon am Freitag mit dem Zug angereist. Sie nächtigen bei Gasteltern in der Kurstadt.

Kurz nach 10 Uhr geht es los. Sofort sind die Bahnen voll. Jede Mannschaft darf gleichzeitig maximal zwei Schwimmer im Becken haben. Das Ziel besteht darin, diese Besetzung 24 Stunden durchzuhalten. Eine Herausforderung vor allem für kleinere Teams. Und jeder weiß: Die Nachtstunden, die Zeit zwischen 1 und 3 Uhr, ist die schlimmste.

Auch in diesem Jahr sind neue Mannschaften dabei, zum Beispiel die Zwölfer aus dem Johann-Walter-Gymnasium in Torgau. Das ist eine clevere Truppe. "Wir haben Sponsoren gefunden, die uns pro geschwommener Bahn insgesamt 13 Cent für die Abikasse spendieren", erzählt Anja Ihlo. Weitere Sponsoren haben fest 130 Euro für die Teilnahme ausgelobt. Am Ende kommen stolze 550,68 Euro plus Pauschale zusammen.

Heiß auf den Wettkampf sind die 17 Starter des Ostsächsischen Schwimmvereins aus Kamenz. Trainer Jens Würtenberger: "Eines unserer Mitglieder ist hier im Vorjahr 42,2 Kilometer geschwommen und hat von der Atmosphäre geschwärmt. Junge Leute, die wegen der Ausbildung demnächst unseren Verein verlassen werden, haben nun gedrängelt, ihnen diesen Wettkampf zum Abschied zu widmen."

Es ist inzwischen fast 23 Uhr. Immer noch Hochbetrieb auf den Bahnen. Auf Liegen und Betten schlafen die ersten. Im DLRG-Team ist gerade Lagebesprechung. Die Liste der Nacht-Starter wird noch mal genau besprochen. Wonnemar-Marketingchefin Susanne Ott freut sich über die tolle Resonanz und die tolle Atmosphäre. "Schade, mehr geht einfach nicht. Wir mussten den Wasserballern aus Gröditz sogar absagen."

Längst ist es wieder hell geworden. Die Müdigkeit ist vielen Schwimmern anzusehen. Doch jetzt ist Endspurt angesagt, alle Kräfte noch mal mobilisieren. Die Kamenzer können das scheinbar am besten, gewinnen als Newcomer den Wettbewerb, schwimmen 163, 1 Kilometer. Bad Liebenwerdas Kaulquappen werden mit 157,2 Kilometern Zweite, der SSV Hoyerswerda kommt mit 144, 5 Kilometer auf Platz 3. Alle 222 Starter - neuer Teilnehmerrekord! - legen insgesamt 1952,8 Kilometer zurück. Wahnsinn. Bester Einzelstarter ist Paul Hoffmann, der es allein auf 33,1 Kilometer bringt.