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Wie weiter im Innenstadt-Handel?

Die Situation in der Elsterwerdaer Innenstadt mit zunehmenden Leerstand in Geschäften bewegt die Einwohner. Wie könnte die Stadtverwaltung helfend eingreifen? Anja Heinrich: Der Online-Commerce in Deutschland machte im vergangenen Jahr 44,2 Milliarden Euro Umsatz.

Verlierer dieser Entwicklung sind bisher die regionalen Einzelhändler. Ein professioneller Online-Shop ist für den einzelnen Händler finanziell und personell oft nicht umsetzbar. Umsetzbar ist ein lokales Onlineversandhaus, mit dem andere Städte bereits erfolgreich sind. Die Infrastruktur für eine gemeinsame Internetplattform mit den Angeboten der Einzelhändler sollte im Rahmen der Wirtschaftsförderung durch die Stadt zur Verfügung gestellt werden. Unerlässlich sind ein attraktives städtisches Umfeld, Stadtmarketing und ein aktives Leerstandsmanagement sowie Events.

Michaela Jahn: Elsterwerda bietet ein Bild wie viele Innenstädte, große und kleine. Um dort für die Händler einen Unterschied zu machen, muss man Innenstadt neu denken. In Elsterwerda gehören für mich dazu intensive Gespräche mit Eigentümern leerstehender Gebäude, aber auch die gute Zusammenarbeit mit den Gewerbevereinen muss im Fokus stehen. Mir schwebt ein unterstützendes Absatzkonzept vor, über das ich bei Gelegenheit gern mit den Einzelhändlern diskutieren möchte.

Andreas Franke: Der Leerstand in den Geschäften ist rechtlich Angelegenheit der Eigentümer. Die Stadt kann ergänzend einen Service anbieten, z.B. Kommunikationsplattform auf der Homepage, für die "Suche und Gesuche". Die Stadt kann als Stadtmarketing den Gewerbetreibenden die Organisation von Events auf dem Marktplatz ermöglichen. Zudem kann der verkaufsoffene Sonntag organisiert werden. Auf diesen Events können sich die Unternehmen und die Vereine präsentieren.

Eckart Schmidtchen: Die Verwaltung kann helfen. Die Menschen, die in Elsterwerda leben, wollen sich in der Stadt wohlfühlen. Dazu gehören aber keine Bauruinen, sondern modern gestaltete Flächen für Gewerbe und Erholung in der Stadt. Ein gutes Angebot an notwendigen Dienstleistungen und attraktive Waren in einem guten Branchenmix sind wichtige Standortfaktoren für Elsterwerda. Ein erster anregender Schritt ist ein

Online Portal (Onlinecity-Elsterwerda oder Elsterwerda-digital), welches Gewerbetreibende, Händler und Vermieter von Wohnungen und Gewerberäumen aktiv bei der Vermarktung unterstützt. Und: Es gibt bereits viele gute Beispiele in der Stadt, bei denen eine aktive bauliche Aufwertung der Immobilien funktioniert.

Werner Voigt: Eine Image-Kampagne für die Innenstadt starten und Neuansiedlungen von Gewerbetreibenden fördern und unterstützen.