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| 22:32 Uhr

Steakfans aufgepasst
Weshalb ein gutes Steak verbindet

Zum Reinbeißen: Ein gut abgehangenes Roastbeef edel zubereitet!  Daniel Lehmann von der Fleischerei Schweine-Lehmann aus Birkwalde (l.) und Chefkoch Frank Bansner vom Brauhaus Finsterwalde gehen in die Offensive – die Steak-Offensive.
Zum Reinbeißen: Ein gut abgehangenes Roastbeef edel zubereitet!  Daniel Lehmann von der Fleischerei Schweine-Lehmann aus Birkwalde (l.) und Chefkoch Frank Bansner vom Brauhaus Finsterwalde gehen in die Offensive – die Steak-Offensive. FOTO: LR / Frank Claus
Elbe-Elster. Das Finsterwalder Brauhaus und Schweine-Lehmann aus Birkwalde wollen Genießer verführen. Steakfans aufgepasst: Beim Weiterlesen könnte Ihnen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Von Frank Claus

Leckeres auf den Teller bringen, regionale Kreisläufe stärken, partnerschaftliche Beziehungen aufbauen. Das wollen Daniel Lehmann (37) von der Fleischerei Schweine-Lehmann aus Birkwalde bei Sonnewalde und Frank Bansner (50), der Chefkoch im Finsterwalder Brauhaus. Jetzt sind sie auf der Zielgeraden. Am 10. September wollen sie mit der neuen Steakkarte starten. Sie folgen damit Sonnewaldes Bäckermeister Thomas Bubner, der mit der örtlichen Agrargenossenschaft Verträge zum Anbau eines speziellen Roggens geschlossen hat und neuen Umsatz vor allem über Qualitätsprodukte erzielen will.

Bei Frank Bansner leuchten die Augen. „Ein qualitativ hochwertiges, gut abgehangenes Fleisch, das ist was ganz Edles.“ In der EG zertifizierten Fleischerei hat er nun den richtigen Partner gefunden. In vierter Generation wird in Birkwalde herkömmlich geschlachtet und produziert. Rind und Schwein, so Daniel Lehmann, liefert ein kleiner Familienbetrieb, dessen Tiere in und am Rande der Calauer Schweiz stehen. „Auf Grünland“, wie Daniel Lehmann berichtet. „Dort erlebt ein Schwein auch schon mal seinen ersten Geburtstag“, meint der Mann, der sich mit seinem Vater den kleinen regionalen Kreisläufen verschrieben hat. Er fügt an: „Ich brauche diese hochgezüchteten 90-Kilo-Schweine aus den Großanlagen nicht. Bei mir darf ruhig schon mal ein bisschen Fett dran sein.“

Seit sie sich den Reifeschrank für das Rindfleisch angeschafft haben, sind ihre Produkte, die darin 30 Tage reifen, noch stärker nachgefragt. Ja, sie sind preislich intensiver. Nach Massenproduktion ist ihnen nicht, im Hofladen wird nur am Freitag und Sonnabend verkauft. Er zwinkert mit den Augen, als er sagt: „Ich möchte eine Manufaktur des Fleischdesigns sein.“

Qualität steht über allem. Als Vater Detlef Lehmann das Beefstück zum Beweis auspackt, möchte Frank Bansner am liebsten den Herd heiß machen. Insider wissen: Dry Aged Beef, das trocken abgehangene Rind, liefert die besten Steaks der Welt. In den USA sind die am Knochen gereiften Rinderrücken schon seit Jahrzehnten Kult.

„Mit Drillings-Kartoffeln serviert (das sind die kleinen mit Schale) und frittierten Zwiebelringen – ein Genuss“, schwört der Koch. Und natürlich darf ein gutes Rindersteak niemals durchgebraten sein. Braumeister Markus Klosterhoff empfiehlt zum Steak in seinem Haus ein gutes Pils.

Genau diese regionalen Kreisläufe sind es, die sich die Regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft noch viel mehr wünscht und für die sie eine Marketinginitiative gestartet hat. So wolle auch die Fleischerei Weiland und die Baumschule Graeff/Richter aus Zeischa kooperieren. Der in Zeischa angebaute Szechuan-Pfeffer soll künftig in die Wurst der Doberlug-Kirchhainer Fleischerei kommen. Auch zwischen der Bäckerei Dorn aus Wahrenbrück und der Fleischerei Hauptvogel aus Doberlug-Kirchhain sei eine Kooperation entstanden.

Bemerkenswert seien die Entwicklungen, die der Bad Liebenwerda Baumarkt bauspezi gerade einschlägt. Dort ist ein großes Regionalfenster mit Produkten aus Südbrandenburg etabliert worden.

Zunehmend mehr stellt der Projektverantwortliche Andy Auras fest, dass die Einführung des Elbe-Elster-Regionalsiegels noch einen weiteren Effekt habe. Über dieses Siegel würden sich Unternehmen besser kennenlernen und Zusammenarbeit vereinbaren.

Aktuell sind nach Angaben der Wirtschaftsförderung 321 Produkte von 23 Unternehmen mit dem Regionalsiegel Elbe-Elster zertifiziert. Die Zahl der Unternehmen, die ihre Produkte zertifizieren lassen wollen, steige. Der Hirschfelder „Obere Gasthof“ und die Teichwirtschaft Thalberg hätten sich jetzt um das Regionalsiegel beworben.