Besser hätte das Wetter für einen Lauf durch den bunten Herbstwald nicht sein können: Kein Regen, kein Wind, aber angenehme herbstliche Temperaturen mit viel Sonnenschein. Und so kamen wieder zahlreiche Stammläufer und Laufneulinge zum nunmehr 42. Werner-Seelenbinder-Gedenklauf in die Grödener Berge.

Damit die Sportler eine tolle sportliche Veranstaltung vorfinden, müssen im Vorfeld viele Freiwillige ran. „Unsere gesamte, 25-köpfige Laufgruppe ist in den Ablauf der Veranstaltung involviert. Hinzu kommen noch die Frauen von Sportlern aus unserem Verein und einige fleißige Helfer“, verrät Cheforganisator Helmar Theuring, der sich am Sonntag über 130 Voranmeldungen freut. Die ersten Vorbereitungen fangen schon mit Beginn des neuen Laufjahres an. „Unsere Flyer für den Werner-Seelenbinder-Lauf entstehen schon Anfang des Jahres. Sie sollen schon beim ersten Lauf der Sparkassenlaufserie ausliegen“, so Theuring weiter. Mit 18 fleißigen Helfern startet einen Tag vor der wohl größten Veranstaltung des SV Gröden-Merzdorf die heiße Phase. Hier heißt es dann Streckenkontrolle, Aufstellen der entsprechenden Schilder, Aufbau der Pavillons für Anmeldung und Zieleinlauf.

Gleich mehrere Helfer sitzen im Zelt für die Anmeldung, damit der Lauf pünktlich starten kann. Unter ihnen ist auch Claudia Albrecht. „Ich sitze schon von Anfang an hier. Das geht bis zur Schulzeit zurück. Der Aufwand ist mit den Jahren etwas zurück gegangen. Früher war er viel größer. Wohl auch, weil einst viele Schulen mitgelaufen sind“, erzählt die heute 54-Jährige, während sie die letzten Nachzügler abfertigt. Heute kommen die Läufer nach Ansicht von Claudia Albrecht erst in den letzten 30 Minuten vor dem Start.
Etwas abseits vom Zelt für die Anmeldung bereiten sich Sandy Wobst und Denise Lacheim auf ihren großen Auftritt vor. Sie betreuen die Imbissbude gleich neben dem Hauptgebäude. „Wir fangen schon um 9 Uhr mit dem Einräumen unserer Imbissbude ein. Sobald die ersten Läufer wieder im Ziel sind, haben wir zu tun. In Stoßzeiten kommen wir mit dem Braten der Bratwurst nicht hinterher“, sagt Sandy Wobst vom Verkaufsteam des SV Gröden-Merzdorf. Wenn sie nicht gefragt worden wäre, wäre sie wie ihre beiden Kinder auf der Strecke. Welche sie dann gewählt hätte – ob die Zwei- oder Fünf-Kilometer-Distanz – lässt sie dabei offen.

Nicht nur im Grödener Stadion wird sich um die Versorgung der Laufteilnehmer gekümmert. Seit nunmehr 42 Jahren steht Ulrich Preußer am höchsten Punkt des Laufes. „In den Anfangsjahren ging die große Strecke über 15 Kilometer. Damals, zu DDR-Zeiten, war es ein Ranglistenlauf und es kamen bis zu 800 Sportler. Wir mussten alle Startnummern hier oben aufschreiben“, erinnert sich der 63jährige Grödner, der mit seinem Versorgungsstand am Heidebergturm steht. Zusammen mit Klaus Faude, der seit 15 Jahren mit dabei ist, kümmern sie sich um die Sportler. „Die Spitzensportler lassen uns links liegen. Es sind eher die Hobbyläufer, die unser Angebot nutzen. Einige unter ihnen trinken auch schon mal zwei bis drei Becher“, plaudert Ulrich Preußer aus dem Nähkästchen.

Um den Werner-Seelenbinder-Lauf so attraktiv wie möglich zu gestalten, bedarf es Preise und Präsente. Um diese kümmern sich seit Jahren Elvira Funk und Kathrin Geppert. „Damit es nicht immer dieselben Preise und Präsente gibt, suchen wir sie immer wieder neu aus. Außerdem kümmern wir uns um unsere Sponsoren, was von Jahr zu Jahr etwas schwieriger wird. In diesem Jahr konnten wir jedoch zwei neue Sponsoren akquirieren“, sagten die beiden Org.-Team-Mitarbeiter unisono. Derzeit freut der SV Gröden-Merzdorf über 17 Sponsoren. Sie geben einerseits finanzielle Hilfe im zwei- und dreistelligen Bereich, andererseits auch materielle Hilfe für die Versorgung mit Speisen und Getränken.
Nach etwas mehr als einer Stunde ist die Veranstaltung für die Sportler Geschichte. Nicht so für das Team um Helmar Theuring. „Das Ende für unsere Vereinsmitglieder auf dem Sportplatz wird so gegen 14 Uhr sein. Nun erfolgt noch die Auswertung der Veranstaltung inklusive der Kritik und Verbesserungsvorschläge seitens der Sportler sowie die ersten Vorbereitungen für den Lauf 2020“, meint der Organisationsleiter. Am Ende ist er mit dem 42. Werner-Seelenbinder-Lauf, der der insgesamt zwölfte von insgesamt 14 Läufen der Sparkassenlaufserie 2019 ist, sehr zufrieden.
Die Ergebnisse des Laufes können unter: https://www.lausitz-timing.de/index2019.php?link=ergebnisse_2019 abgerufen werden.