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| 16:31 Uhr

Ein historischer Tag für Mühlberg
Kiessee ist jetzt Naherholungsgebiet

Im Werk IV sind die Verbotsschilder abgebaut. Elbekies-Betriebsleiter Ralf Göhringer und Prokuristin Bärbel Jendro vor der „Seeordnung“.
Im Werk IV sind die Verbotsschilder abgebaut. Elbekies-Betriebsleiter Ralf Göhringer und Prokuristin Bärbel Jendro vor der „Seeordnung“. FOTO: LR / Hannelore Brendel
Mühlberg. Mühlberger Elbekies GmbH macht mit Zustimmung des Landesbergamtes den Weg zur öffentlichen Nutzung frei. Von Frank Claus

Ein schöner Tag für Mühlberg! Das Werk IV der Elbekies GmbH – Bestandteil dieses Areals ist auch der Binnenhafen – konnte am 30. September für die öffentliche Nutzung freigegeben werden. Damit ist das Gebiet allerdings noch nicht ganz aus dem Bergrecht entlassen. „Das Bergamt hat nach einer Begehung samt schriftlichen Festlegungen allerdings bereits die Freigabe zur öffentlichen Nutzung erteilt“, so Ralf Göhringer, der Mühlberger Elbekies-Betriebsleiter. Das Unternehmen müsse nun noch die Abschlussdokumentation fertigen. Wenn eine abschließende Begehung keine Beanstandungen ergibt, wird die offizielle Entlassung aus dem Bergrecht erfolgen. Mit etwa 750 Gästen ist die Erlaubnis zur öffentlichen Nutzung schon einmal gebührend gefeiert worden.

Mühlbergs Bürgermeisterin Hannelore Brendel zeigte sich hoch erfreut: „Die Gestaltung des Sees ist, neben Auflagen des Bergamtes und der Naturschutzbehörden, das Ergebnis von vielen Hinweisen, Anregungen und Forderungen der Mühlberger Bevölkerung, einschließlich der Bürgerinitiative ,Für eine Heimat mit Zukunft’, die im Zuge der Beratungen des Arbeitskreises in der Elbekies GmbH  entwickelt wurden.

Die Bevölkerung habe sich sehr intensiv eingebracht. Mit dem in der Stadtverordnetenversammlung am 26. September beschlossenen Strukturentwicklungskonzept für den Raum Mühlberg im Zuge des  Kiesabbaus verfüge die Stadt über eine solide Arbeitsgrundlage. Hannelore Brendel: „Die konstruktive, sachliche Arbeit trägt Früchte! Das ist lobenswert und wird auf jeden Fall weiter fortgesetzt.“

Betriebsleiter Ralf Göhringer zur Geschichte des Abbaugebietes: „Auf den ehemaligen, landwirtschaftlich genutzten Flächen wurde in den Jahren 1970 bis 1997 mit zwei großen Baggerschiffen Kies abgebaut und zum großen Teil über die Elbe an ihren Bestimmungsort verfrachtet. Der Hafenbereich wurde bereits vor einigen Jahren aus der Bergaufsicht entlassen und kann seitdem durch die öffentliche Binnenschifffahrt genutzt werden.

Nachdem im Dezember des vergangenen Jahres der Abschlussbetriebsplan für das Werk IV von den Vertretern des Landesbergamtes zugelassen wurde, wurden diverse Maßnahmen in Sachen Naturschutz und Standsicherheit sowie Maßnahmen zur Freizeitgestaltung durchgeführt.“

Was gibt es jetzt am See, wie ist er nutzbar? Ralf Göhringer: „Es wurden zwei Fahrzeugabstellplätze eingerichtet, wobei einer einen Zugang zum Gewässer beinhaltet. Dort besteht die Möglichkeit, motorlosen Wassersport zu betreiben. Auf einer der Abstellflächen nahe gelegenen Aussichtsplattform können Besucher verweilen und den herrlichen Ausblick über den See genießen. Das mehr als 170 Hektar große Gelände steht ab sofort den Bewohnern und Gästen der Stadt Mühlberg als ortsnahes Naherholungsgebiet zur Verfügung. Auch die Angler des Landesanglerverbandes Brandenburg kommen nicht zu kurz. Fast vier Kilometer Uferlänge steht interessierten Anglern zur Ausübung ihres Hobbies zur Verfügung.“ In Sachen Naturschutz wurden Bereiche für Brut- und Rastvögel eingerichtet und ein Winterquartier für Fledermäuse hergerichtet.

Klar, dass die Aussicht auf ein attraktives Naherholungsgebiet gebührend bei einem Frühschoppen gefeiert wurde. Die Kleinen konnten auf Hüpfburgen toben, während die Großen beim Bier fachsimpelten. Die Kita „Elbekinder“ unterstützte die Mitarbeiter der Elbekies GmbH mit einer Bastelstraße und einer Ecke für das Kinderschminken. Gäste waren Vertreter des Rudervereins Mühlberg, des Fußballvereins SV Empor Mühlberg und des Motorsportclubs SC Mühlberg.

Die Ruderer hatten ihr Abrudern erstmals auf den See verlegt. Claudia Richter, Leiterin der Mühlberger Sparkassen-Geschäftsstelle, nutzte die Gelegenheit, einen neuen Vierer an Vereinschef Matthias Lohfink zu übergeben. Das Boot trägt fortan den Namen „Mühlberg 1547“. Elbekies-Prokuristin Bärbel Jendro übergab neue Trainingsanzüge an den Ruder- und den Fußballverein.

Die Gäste hatten die Möglichkeit, eine Runde mit dem Boot über den See zu fahren, um die entstandenen Flächen vom Wasser aus begutachten zu können.

Die jüngsten Ruderer und Empor-Fußballer sind als Zeichen der Patenschaft mit neuen Elbekies-Trainingsanzügen ausgestattet worden.
Die jüngsten Ruderer und Empor-Fußballer sind als Zeichen der Patenschaft mit neuen Elbekies-Trainingsanzügen ausgestattet worden. FOTO: LR / Elbekies Mühlberg
Claudia Richter von der Sparkasse übergibt einen neuen Vierer.
Claudia Richter von der Sparkasse übergibt einen neuen Vierer. FOTO: LR / Elbekies Mühlberg