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| 17:54 Uhr

Hitzige Debatte um Werbepylonen in Bad Liebenwerda
„Was ist das denn für eine Milchkanne?“

Dieser, von der Verwaltung vorgelegte Entwurf ist durchgefallen.
Dieser, von der Verwaltung vorgelegte Entwurf ist durchgefallen. FOTO: LR / Wieduwilt Kommunikation
Bad Liebenwerda. Abgeordnete und Bürger lehnen Pylonen-Entwurf für Bad Liebenwerdas Ortseingänge ab. Von Frank Claus

Glatt abgebügelt. Der von der Verwaltung der Stadt Bad Liebenwerda vorgestellte Entwurf für drei Werbepylonen an den Ortseingängen von Bad Liebenwerda ist sowohl im Bauausschuss als auch in den Kommentaren in sozialen Netzwerken glatt durchgefallen. Thema verfehlt, hätte es vermutlich unter einer Klassenarbeit geheißen. Die Abgeordneten Helmut Andrack, Hubert Blaas (beide Die Linke), Harald Lax (SPD) und Jan Fromm (FuL) bemängelten sowohl die Ausführung als auch das Fehlen von Alternativen. „Was ist das denn für eine Milchkanne?“, fragten die Abgeordneten Jan Fromm und Hubert Blaas. Kopfschüttelnd stellten beide fest, dass wegen den auf den Tafeln genannten Discountern und der Sparkasse doch keiner von den Umgehungsstraßen in die Stadt abbiegen würde.

Mit den Bürgern der Stadt liegen sie damit auf einer Wellenlänge. „Na so ein Schrott“, meint eine Userin auf Facebook und sieht „sinnlos vergeudetes Geld“. Andere fragen, weshalb nicht auf die wirklichen Alleinstellungsmerkmale der Stadt (Kurstadt, Stadt des Wassers, der Erholung, Gesundheit) hingewiesen wird. Jedenfalls, so die Feststellung eines Users, sollte sich derjenige, der „das Schild mit dem Entwurf freigegeben hat (...) in Grund und Boden schämen.“ Fakt ist, die Debatte ist angeschoben und wird noch für Zündstoff sorgen.

Bei Bürgermeister Thomas Richter (CDU) ist die Kritik angekommen. Er habe sich bereits mit Fraktionen verständigt. Dabei seien Forderungen aufgemacht worden. Wenn schon Pylonen, dann mit Darstellungen, die die Besonderheiten der Stadt aufzeigen. „Das müssen wir, wenn wir uns das als Stadt leisten wollen, schon selber tragen und uns nicht von Firmen, die im Gegenzug werben können, erkaufen“, habe es in ersten Reaktionen von Abgeordneten geheißen. Gedacht sei an eine zwei- oder dreidimensionale Gestaltung, die auch beleuchtet sein müsse. Im ersten Entwurf waren 100 000 Euro veranschlagt worden. Die dürften nun lange nicht reichen. Und bis zur Freigabe der Ortsumfahrung stehen die Pylonen auch nicht.