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Wenn Feuer ausbricht: "Kein Auto explodiert wie bei Cobra 11"

Das Auto bei Thalberg war nicht mehr zu retten. LR ist der Frage nachgegangen, ob man sich einem brennenden Auto nähern darf.
Das Auto bei Thalberg war nicht mehr zu retten. LR ist der Frage nachgegangen, ob man sich einem brennenden Auto nähern darf. FOTO: fc
Bad Liebenwerda. Es war am Montag dieser Woche: Zwischen Bad Liebenwerda und Thalberg gerät ein Pkw in Brand. In diesem Fall kann sich der Kraftfahrer selbst aus dem Auto befreien. Frank Claus

Doch wie handelt man richtig, wenn ein Fahrzeug in Brand gerät oder man zu einem Unfall dazukommt und Flammen aus dem Auto schlagen? Darf man noch in die Nähe des Fahrzeuges gehen oder explodiert es nicht in jedem Moment wie in den meisten Krimis?

Bad Liebenwerdas Stadtbrandmeister René Elfers räumt gleich mal mit dem Krimi-Klischee auf: "Kein Auto explodiert wie bei Cobra 11", sagt er und meint natürlich den normalen Brandausbruch. "Das Puffen, das später oft zu hören ist, stammt meist von den platzenden Reifen", sagt er. Deshalb auch sein dringender Rat: "Wer zu einem Unfall dazu kommt, bei dem ein Fahrzeug in Brand gerät und wo sich noch Personen im Auto befinden, der sollte unbedingt versuchen, die Menschen aus dem Auto zu bekommen. Und am besten auch gleich den Notruf wählen, um Rettungskräfte und Feuerwehr zu informieren." Umso genauer die Angaben zum Unfallort, zu den beteiligten Personen und zur Lage vor Ort, um so besser.

René Elfers hat nach eigenen Angaben schon viele Autos brennen sehen, in die Luft geflogen wie im Film sei dabei noch keins - "weder ein Diesel, noch ein Benziner." Das treffe auch auf Fahrzeuge mit alternativen Energien zu. Die Technik sei so gut ausgefeilt, dass Ventile in den allermeisten Fällen gefährdete Bereiche sehr schnell schließen würden.

Dennoch rät der Stadtbrandmeister von "Husarenaktionen" ab. Wenn ein Feuer sich weit ausgebreitet hat, könne man meist nichts mehr machen. Ein wirtschaftlicher Totalschaden sei dann nicht mehr abwendbar.

Ein Brand im Entstehungsstadium im Motorraum könne allerdings noch gelöscht werden. Dass es hilft, eine Decke über die Stelle zu werfen, an der Flammen züngeln, gelte wohl wirklich nur ganz am Anfang. "Die Fahrzeuge sind nach unten offen. Das gibt es schnell neue Sauerstoffzufuhr." Besser wäre es, einen Zwei-Kilogramm-Pulverlöscher an Bord zu haben. Damit könnten Entstehungsbrände recht zuverlässig gelöscht werden. Noch etwas sollten Helfer wissen: "Sie werden für eventuelle Fehler nicht bestraft. Ihre Hilfeleistungen sind auch über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt", so René Elfers.