Von Frank Claus

Es ist eine spannende Zeit in der evangelischen Kirche, auch in der Mitteldeutschlands, die sich vor allem über Sachsen-Anhalt und Thüringen, aber auch über Teile von Sachsen und Brandenburg erstreckt. Gerade hat Landesbischöfin Ilse Junkermann (61) in ihrem letzten Bericht vor der Landessynode – ihre Amtszeit endet im August – zur kleiner werdenden Kirche gesagt: „Wir sind am Ende mit unseren bisherigen Maßnahmen und Ideen. Und wir haben keine Rezepte oder Modelle, die überall gleichmäßig passen. Wir stehen gemeinsam vor der Aufgabe, jeweils vor Ort in der konkreten Situation neue Wege zu suchen, mit Versuch und Irrtum Wege zu erproben, wie Kirche und Gemeinde auch anders als bisher gelebt und gestaltet werden kann.“

Da passt es, dass sich am Freitag und Sonnabend der Landeskirchenrat (LKR) „mit voller Kapelle“, also 22 Personen, im Kloster Mühlberg zu seiner Sitzung trifft. Zum Landeskirchenrat gehören die Landesbischöfin als Vorsitzende, die Regionalbischöfe und der reformierte Senior, die Präsidentin und die Dezernenten des Landeskirchenamtes, der Präses der Landessynode, der Leiter des Diakonischen Werkes. Acht Mitglieder werden aus der Landessynode in das Gremium gewählt, darunter mindestens sechs Mitglieder, die hauptberuflich nicht in einem kirchlichen Anstellungsverhältnis stehen.

Landesbischöfin Ilse Junkermann, die nach ihrer Amtszeit an die Uni Leipzig geht und zur „kirchlichen Praxis in der DDR – Kirche (sein) in Diktatur und Minderheit“ forschen will, hat in einem Interview mit MDR aktuell eine Antwort schon gegeben: Die SED habe im Osten „ganze Arbeit geleistet“.

Für den Kirchenkreis Bad Liebenwerda ist der Vor-Ort-Besuch der Bischöfin, die zur offenen Kirche und zum Einbringen in die Gesellschaft ermuntert, Gelegenheit, sich vorzustellen und am Freitagabend von hiesigen Projekten und Herangehensweisen zu berichten. Superintendent Christof Enders zufolge werden insgesamt 20 Personen aus dem Kreis am Abendprogramm beteiligt sein.

Die Mitglieder des Landeskirchenrates sollen auf eine kleine „Pilgerreise“ durch den Kirchenkreis geschickt werden. Dabei laufen sie durch den Kreuzgang im Kloster Mühlberg und werden an verschiedenen Orten Infopunkte haben. Dort stellen sich verschiedene Initiativen aus dem Kirchenkreis oder dem nahen Umfeld des Kirchenkreises vor. Die Mitglieder des LKR erhalten dann einen Stempel in ihren persönlichen Pilgerpass. Der Pilgerpass ist übrigens der Lutherpass des Landkreises Elbe-Elster. Es folgen eine Lichter-Abend-Andacht in der Klosterkirche, Gesang vom Männerchor „Die Vielharmoniker“ aus Uebigau und ein gemütliches Beisammensein im Kreuzgang.