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| 18:08 Uhr

Ab 9.30 Uhr wird es ernst
Weltkriegsgranate in Zuckerfabrik Brottewitz wird am Montag gesprengt

Brottewitz. Vom Rübenacker direkt in die Fabrik: Am Montag wird die in der Zuckerfabrik der Südzucker AG in Brottewitz (Elbe-Elster) entdeckte Weltkriegsgranate gesprengt. Der Sperrkreis gilt ab 9.30 Uhr. Von Frank Claus

Bei Reinigungsarbeiten am Metalldetektor einer Zuckerrüben-Förderanlage ist am Montag, 7. Januar, in der Südzucker-Fabrik in Brottewitz eine Panzersprenggranate entdeckt worden. Die Granate ist über die Rübentransporte vom Acker mit in die Fabrik gelangt. Die zehn Kilogramm schwere Granate mit 60 Gramm Sprengstoff ist noch immer hochgefährlich, wie die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes Brandenburg festgestellt haben. Mit dieser Munition sind im Zweiten Weltkrieg schwer gepanzerte Fahrzeuge bekämpft worden. „Noch in 1000 Meter Entfernung konnte 20 Zentimeter starker Stahl durchschlagen werden“, weiß Kampfmittelexperte Enrico Schnick, der auch die kontrollierte Sprengung am Montag vornimmt. Ein gesicherter Abtransport ist nicht mehr möglich, da die Granate auf dem Acker und auf dem Weg bis hin auf die Bandanlagen inzwischen mehrfach schweren Erschütterungen ausgesetzt war und unklar ist, wie instabil sie inzwischen ist.

Grube ausgehoben und 500 Meter Sperrkreis

Deshalb haben Mitarbeiter des Mühlberger Bauhofes auf einer freien Fläche innerhalb der Zuckerfabrik bereits eine etwa ein Meter tiefe Grube ausgehoben und drumherum einen etwa zwei Meter hohen Erdwall angelegt. Die Granate wird in den Erdwall verbracht. Dort legt ihr der Sprengmeister die Zündvorrichtung an. Danach wird die Granate mit Erde verfüllt. Auf Stroh, wie sonst auch üblich, werde verzichtet, weil durch die geringe Ernte im vergangenen Sommer deutlich geringere Mengen verfügbar sind.

Während der Entschärfung besteht im Umkreis des Sprengkörpers Lebensgefahr. Aus Sicherheitsgründen muss deshalb am Montag ein Sperrgebiet mit einem Radius von 500 Meter um die Neutralisierungsstelle gebildet werden. Alle damit in Zusammenhang stehenden Sicherheitsmaßnahmen werden seit Mittwoch in Regie der Mühlberger Bürgermeisterin Hannelore Brendel umgesetzt. Auf einem von der Stadtverwaltung herausgegebenen Merkblatt, das an alle Haushalte und Einrichtungen verteilt wurde, sind die wichtigsten Informationen zusammengefasst.

Zubringerstraßen werden für Verkehr gesperrt

Darüber hinaus gibt es eine Karte, die den 500-Meter-Sperrkreis zeigt. Am Montag, 14. Januar, wird das gesamte Sperrgebiet demnach bis 9.30 Uhr evakuiert. Nach 9.30 Uhr dürfe das Sperrgebiet bis zur Entwarnung von keinem betreten und/oder befahren werden. Die Zubringerstraßen werden für den Verkehr gesperrt. In der Zeit von 9.30 Uhr bis zur Entwarnung verkehren somit auch keine Busse.

Wie Bürgermeisterin Hannelore Brendel erklärt, würden Kameraden der Feuerwehr und Mitarbeiter der Verwaltung die Einhaltung dieser Festlegung auf Rundgängen kontrollieren. Ab 9 Uhr stehe der benachbarte Gasthof Weidner als Anlaufstelle zur Verfügung. Tiere dürfen dorthin nicht mitgenommen werden.

Die Bürgermeisterin erklärt im Infoblatt auch noch einmal deutlich, dass das Verlassen des Sperrkreises auch keine Ermessensfrage sei: „Ein Verbleib im Sperrgebiet ist auch ,auf eigene Gefahr’ verboten.“ Sie habe dazu am 9. Januar eine Allgemeinverfügung erlassen, die am 10. Januar im Bekanntmachungskasten des Ortsteiles Brottewitz und auf der Internetseite der Stadt unter www.muehlberg-elbe.de bekannt gemacht worden sei.

Medikamente für mindestens acht Stunden mitnehmen

Auf dem Infoblatt werden weitere Fragen beantwortet. Aus den Wohnungen und Häusern mitzunehmen seien lediglich wichtige persönliche Dokumente (z.B. Personalausweis, Führerschein). Wer auf eine regelmäßige Einnahme von Medikamenten angewiesen sei, sollte sich einen Bedarf für mindestens acht Stunden mitnehmen. Beim Verlassen der Wohnung seien Haustüren und Fenster zu schließen, Haustür- beziehungsweise Wohnungsschlüssel mitzunehmen und elektronische oder gasbetriebene Heizgeräte auszuschalten.

Für die Aufhebung der Evakuierung gilt: Sobald die Sprengung erfolgt ist und keine Gefahr mehr besteht, werde es in Brottewitz einen Probealarm geben. Dazu soll, wie sonst üblicherweise mittwochs um 15 Uhr, die Sirene ertönen.  Zudem werde umgehend auf der Internetseite der Stadt Mühlberg unter www.muehlberg-elbe.de sowie auf den Medienplattformen der Lausitzer Rundschau informiert. Nachfragen seien zudem am Telefon unter 035342 81636 beziehungsweise 035342 81638 möglich.

 Die Karte zeigt den festgelegten Sperrkreis. Die etwa zehn Kilogramm schwere Weltkriegsgranate wird am Montag auf dem Gelände der Zuckerfabrik kontrolliert gesprengt. Der Sperrkreis darf ab 9.30 Uhr nicht mehr betreten werden.
Die Karte zeigt den festgelegten Sperrkreis. Die etwa zehn Kilogramm schwere Weltkriegsgranate wird am Montag auf dem Gelände der Zuckerfabrik kontrolliert gesprengt. Der Sperrkreis darf ab 9.30 Uhr nicht mehr betreten werden. FOTO: LR / Lehmann/lr