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| 02:40 Uhr

Weiter Frust über Schließung der Schule in Uebigau

Uebigau-Wahrenbrück. Frust und Kritik, dass die Uebigauer Grundschule zum Schuljahr nach mehrheitlichem Beschluss der Stadtverordneten (12:7 Stimmen) geschlossen wird, dominieren insbesondere in Uebigau. Sylvia Kunze /

So haben sich Klaus Klemke und Ernst Münster, beide waren einst Direktoren bzw. Schulleiter der Uebigauer Schule, in einen offenen Brief an Bürgermeister Andreas Claus (parteilos) gewandt. Darin bringen beide Männer zum Ausdruck, dass sie den "Vorgang der Beschlussfassung für einen Skandal" halten und fordern, "möglichst im gleichen Tempo den Beschluss über die Schließung zu revidieren".

Klemke und Münster kritisieren Claus, dass er parteiisch sei. "Sie haben im Vorfeld die Vorzüge der Grundschule Wahrenbrück gepriesen und die Grundschule Uebigau selbst kaum erwähnt", heißt es in ihrem Brief. Mit Bezug auf die Aussagen zur Visitation der Wahrenbrücker Grundschule, bei der es laut Claus Bestnoten im Brandenburger Landesvergleich gegeben habe, sprechen sie von "Täuschung und Ablenkung der Öffentlichkeit", denn das Visitationsteam würde aus ihrer Sicht niemals so etwas äußern, und ein Bericht über die Visitation sei erst im März 2016 zu erwarten.

Dass die Uebigauer Schule nur noch wenige Wochen bestehen soll, "ist natürlich keine schöne Sache. Ganz klar, dass sich die Uebigauer zur Wehr setzen", sagt Claus. "Aber aus schulorganisatorischer Sicht lässt es sich nicht anders händeln", verteidigt er die Entscheidung und verweist auf einen Überhang von 45 Lehrerstunden an der Schule, die aus den geringen Schülerzahlen in den Klassen resultieren. Im Klartext hieße das, das zwei Lehrer abgegeben werden müssten. "Blieben in Uebigau noch fünf. Da darf aber keiner krank werden", sagt Claus. Mit Wissen um die vielen Beschwerden von Eltern wegen Unterrichtsausfall, insbesondere im gerade zu Ende gehenden Schuljahr, habe man handeln müssen.

Ein Fakt, der Hannelore Winter zornig macht. Die Uebigauer Rentnerin schreibt dazu: "Für die Inklusion geben wir viel Geld aus. Kleine Klassen aber werden vernachlässigt. Denkt man einspurig?" Sie schließt sich jenen an, die den Verbleib einer Schule in Uebigau fordern, denn "es gibt nur das eine Wichtige, und das sind unsere Kinder!"

Genau um die gehe es, versichert das Stadtoberhaupt. Das Zusammenführen beider Schulen am Standort in Wahrenbrück sieht er als Chance, dort die nächsten Jahre sogar zweizügig arbeiten zu können.

Am Hort und an der Schulküche in Uebigau werde nicht gerüttelt, bekräftigt er. Ein besseres Raumangebot im Hort könne vielmehr als Basis dienen, "das Nachmittagsangebot für die Kinder unter dem Dach des Lokalen Bündnisses zu erweitern", blickt Claus in die Zukunft.