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| 17:06 Uhr

Der Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda kommt aus dem Tal der Tränen
Diagnose: Der Patient gesundet

25 Jahre Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda - Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel (r.) erhält die Glückwünsche von Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (l.), Bürgermeisterin Anja Heinrich (2.v.r.) sowie Kerstin Baumert und Ronald Hänzka von der Werbegemeinschaft IGG Elsterwerda-Ost.
25 Jahre Wasser- und Abwasserverband Elsterwerda - Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel (r.) erhält die Glückwünsche von Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (l.), Bürgermeisterin Anja Heinrich (2.v.r.) sowie Kerstin Baumert und Ronald Hänzka von der Werbegemeinschaft IGG Elsterwerda-Ost. FOTO: Frank Claus / LR
Elsterwerda. Wasser- und Abwasserverband feiert 25. und blickt bei Frühlingsfest-Auftakt in die Geschichte. Von Frank Claus

Der Firmensitz des Wasser- und Abwasserverbandes Elsterwerda (WAV) bot in diesem Jahr die Kulisse für die Eröffnung des 22. Elsterwerdaer Frühlingsfestes im Gewerbegebiet Ost. Das hatte seinen guten Grund: Der Verband existiert nunmehr ein Vierteljahrhundert. Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel nutzte die Gelegenheit, die vergangenen 25 Jahre  Revue passieren zu lassen.

Ein Blick zurück: Während zur Wende der Trinkwasser-Anschlussgrad im Verbandsgebiet des Wasser- und Abwasserverbandes Elsterwerda, das im Wesentlichen die Stadtgebiete von Elsterwerda und Bad Liebenwerda, das Amtsgebiet von Plessa sowie die Gemeinde Röderland mit ihren Ortsteilen umfasst, fast bei 100 Prozent lag, sind die Defizite in der Abwasserentsorgung enorm. Nach der Gründung des WAV übernimt zunächst die Stadtwerk Elsterwerda GmbH die Betriebsführung. In den Jahren 1993 und 1994 werden die beiden Klärwerke in Bad Liebenwerda und Elsterwerda errichtet – beide sollen das Abwasser der von Altbundeskanzler Helmut Kohl avisierten „blühenden Landschaften in der Industrie und den Kommunen im Osten“ aufnehmen - und waren über viele Jahre zunächst überdimensioniert und schlecht ausgelastet. Im Jahr 1997 muss der Verband zum ersten Mal finanzielle Mittel des Landes in Anspruch nehmen, um seinen Kapitaldienst leisten zu können. Im Jahr 2002 wird envia Aqua neuer Betriebsführer. Nach umfangreichen Baumaßnahmen und Investitionen vermeldet der Verband im Jahr 2006 im Bereich Schmutzwasser einen Anschlussgrad von 82 Prozent, 2009 sind es 93 Prozent. Im gleichen Jahr dann ein gewaltiger Einschnitt: Der größte Einleiter ins Klärwerk Elsterwerda, das Campina-Milchwerk, verkündet seinen Rückzug. Zum Glück ist mit der ODW Frischprodukte GmbH schnell ein Nachfolger gefunden, der heute bereits fast wieder in den Dimensionen von Campina Trinkwasser bezieht und Abwasser einleitet. Denoch gerät der Verband weiter in Schieflage, überlebt 2011 nur durch Aufnahme in den Schuldenmanagementfonds  – und konsolidiert sich danach schrittweise, inzwischen wieder als eigener „Kapitän“ das Steuer in der Hand haltend. Im vergangenen Jahr wird die Mineralquellen GmbH in Bad Liebenwerda endlich Einleiter in das benachbarte Bad Liebenwerdaer Klärwerk – eine Entscheidung die sich nach Abzahlung der vereinbarten Verbindlichkeiten noch positiver für den Verband auswirken dürfte. In diesem Jahr geht die bis dato komplett ungenutzte Faulgasanlage in den Betrieb. Der Verband zieht wieder an seinen einstigen Standort im Klärwerksareal, baut einen Bürotrakt für etwa eine halbe Million Euro und wird fortan eine erhebliche Mietsumme einsparen.

Im Rahmen der Eröffnung des Festes wurde zudem zum zweiten Mal die „Frühlingsfest-Familie“ gekürt. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Bürgermeisterin Anja Heinrich und die Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Kerstin Baumert, gratulierten der „auf vielen Gebieten rührigen Familie, die man in Elsterwerda irgendwo immer antrifft“, so Anja Heinrich.

Die „Frühlingsfest-Familie“ in diesem Jahr: Beate und Frank Wilhelm aus Elsterwerda mit ihren Töchtern Florine und Leonie.
Die „Frühlingsfest-Familie“ in diesem Jahr: Beate und Frank Wilhelm aus Elsterwerda mit ihren Töchtern Florine und Leonie. FOTO: Frank Claus / LR