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Warten auf Wiederaufbau des Reiterdomizils

Bad Liebenwerda/Oschätzchen. Fast ein Jahr nach der schlimmen Brandserie an Sportkomplexen in Gemeindeteilen von Bad Liebenwerda kommt auch Bewegung in den Wiederaufbau des Reiterdomizils in Oschätzchen. Corinna Karl

Nachdem in Zobersdorf die Brandfolgen beseitigt wurden und am Sportlerheim in Bad Liebenwerda der Fußballverein den Aufbau übernimmt, bringt die Stadt nun einen Entwurf für ein Ersatzgebäude in Oschätzchen zur Abstimmung in die Gremien. Die Überraschung: Die Beteiligten wollen warten… Der Bauausschuss in der Kurstadt war in der vergangenen Woche gut besucht, mehr als ein Dutzend Kinder und Jugendliche saßen im Zuschauerbereich - es ging um ihren abgebrannten Jugendclub, der gleichzeitig die Herberge des Reitvereins war. Am frühen Himmelfahrtsmorgen 2013 war das Gebäude mit Sprecherturm nach mutwilliger Brandstiftung völlig ausgebrannt. Das Gebäude wurde abgerissen.

Bauamtsleiterin Susann Kirst präsentierte erstmals einen Entwurf für ein neues Domizil. Der Wiederaufbau des Gebäudes biete die Chance zur Optimierung und besseren Abstimmung auf die Bedürfnisse der Nutzer. Nicht die "Siegerpodest"-Variante soll errichtet werden, sondern ein schlichter zweigeschossiger Bau, in dem im Erdgeschoss der Jugendclub und im Obergeschoss der Reitverein Platz finden. Aber: "Die von der Versicherung ausgezahlten 151 000 Euro werden nicht ausreichen, um ein für alle Seiten zufriedenstellendes Gebäude zu bauen. Allein 11 000 Euro sind für den bereits erfolgten Abriss abzuziehen", sagt Kirst. Nach aktueller Kostenschätzung seien 72 000 Euro zusätzlich nötig. Geld, das die Stadt als Bauträger in ihrer derzeitigen finanziellen Lage nicht aufbringen kann.

Grund für die Mehrkosten sind neben dem Wunsch der Nutzer nach mehr Raum (etwa für Schulungen der Kinder im Reitverein) auch gesetzliche Änderungen. So muss die Stadt für die Toiletten beispielsweise Vorräume herstellen. Durch die zweigeschossige Bauweise vermeide man Probleme mit der Tragfähigkeit und Dichtheit des Daches.

Es gehe um einen Grundsatzbeschluss betonte Ausschussvorsitzender Hans-Ulrich Lubk (CDU). Auch Mitglied Andreas Schöne (FuL) appellierte an die Mitentscheider: "Aus eigener finanzieller Kraft kann der Reitsportverein den Aufbau nicht stemmen. Für nur 30 Euro Jahresbeitrag sind Kinder Mitglied. Da bleibt kein Spielraum."

Die Möglichkeit über die benachbarte Biogasanlage angeschlossen zu werden, habe man verworfen. Aufgrund geringfügiger Nutzung bevorzuge die Stadt die Beheizung über eine Gastherme mit Flüssiggastanks. Fördermittel vom Landessportbund oder vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport seien nicht zu erwarten. Dennoch besteht die Möglichkeit auf Förderung an anderer Stelle. Kirst: "Es ist angedacht, einen Antrag auf ILE- und Leader-Förderung zu stellen, die Versicherungssumme zum Nachweis der Eigenmittel heranzuziehen. Dafür benötigen wir jedoch eine Baugenehmigung." Förderfähig würde das Projekt erst mit diesem Papier.

Ihrer Bitte sind die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig gefolgt. Wenn im Haupt- und Finanzausschuss sowie im Stadtparlament grünes Licht gegeben werden, beantragt Bürgermeister Thomas Richter (CDU) zum vorgelegten Planungsentwurf eine Baugenehmigung. In Oschätzchen würde frühestens 2015 etwas passieren.