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Wahrenbrücker Hortkinder haben die Puppen tanzen lassen

Das Puppenspiel der Wahrenbrücker Schüler im Museum.
Das Puppenspiel der Wahrenbrücker Schüler im Museum. FOTO: mcl1
Bad Liebenwerda. 14 Hortkinder aus der Grundschule in Wahrenbrück waren die kleinen Künstler am Mittwochnachmittag im Kreismuseum in Bad Liebenwerda. Im Rahmen der LiteraTour haben sie ihr Theaterprojekt vorgestellt. Mona Claus / mcl1

Anhaltender Beifall war der Lohn für die arbeitsreiche und spannende Vorbereitungszeit.

Bad Liebenwerdas Museumspädagogin Bettina Beyer hatte sich vor fast einem Jahr um das Projekt "Wir spielen Theater" beworben. Fördermittel dafür gab es vom Brandenburger Bildungsministerium. Erarbeitet hat sie das Projekt schließlich mit Schülern der Grundschule in Wahrenbrück. Zuerst baute Frank Hirschnitz mit den Kindern einen Bollerwagen und ließ diesen bemalen. Die über 20 Handpuppen entstanden unter der Anleitung von Diplom-Designerin Regina Herrmann aus Wermsdorf. Rosi Golchert aus der Kostümschneiderei Zabeltitz zeichnet für die Kostüme verantwortlich. Renate Seßler nähte für die Kulissen und Bettina Beyer selbst bastelte mit den Kindern Schattenfiguren, führte Regie und schrieb das Stück.

Das Besondere an diesem Projekt ist, dass alle Utensilien in Koffer passen. So lässt sich den Kindern die Zeit des Marionetten-, Erzähl- und Puppentheaters vermitteln, als Gaukler und Schauspieler noch mit dem Wagen von Ort zu Ort zogen.

So stellten es die Kinder am Mittwochnachmittag im Marionettentheatermuseum dar, erlebten, wie sich im Spiel das Leben der ziehenden Künstler anfühlt. Mit ihrem Handwagen brachten sie die Koffer an den Spielort im Ausstellungsraum für Sonderausstellungen. Die Geschichten für ihre Bühnenstücke schließlich schnappten sie in den Spinnstuben auf, wo nicht nur die Rädchen summten, sondern auch das Mundwerk der Spinnerinnen selten stillstand. Das Gehörte einer Nacht wurde zu Papier gebracht. So konnte der Verlust des eigenen Textbuches wettgemacht werden. Die Ileburger (die einstige Herrschaft von Liebenwerda) spielten mit, um Männer wurde gebuhlt und der Teufel ausgetrickst, der Räuber überführt und schließlich Hochzeit gehalten. Alles wurde in einem 40-minütigen Theaterstück gezeigt - Schauspiel, Schatten- und Puppentheater flossen ineinander über. Und als i-Punkt wurde alles noch mit Musik begleitet. Cornelia Brünnich, Musikschullehrerin an der Musikschule "Gebrüder Graun", sorgte mit ihren Musikschülern dafür, weil sie das Projekt ebenso spannend fand. Laura und Samira spielten neben ihrer Lehrerin auf ihren Blockflöten barocke Musikstücke als Begleitung, Überleitung und Untermalung.

Dass die Kinder Spaß hatten, war zu erleben und zu sehen. Ralf Uschner sagte: "Es ist etwas ganz Tolles entstanden." Das fanden auch die vielen anderen Besucher, die zu diesem Termin reichlich erschienen waren.

Gebucht wurden die reisenden Darsteller spontan vom Grundschulzentrum in Bad Liebenwerda für den 13. Mai. Bestand hat auch noch der Termin 23. Juni. Dann gibt es das Wandervolk der Gaukler und Schauspieler zum Brückenfest in Wahrenbrück zu erleben.