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Wahrenbrück ist die Dauerbaustelle los

Mit reichlicher Verspätung ist es vollbracht. Die neue Landesstraßenbrücke über die Kleine Elster in Wahrenbrück wird unter den Augen vieler Schaulustiger für den Verkehr freigegeben.
Mit reichlicher Verspätung ist es vollbracht. Die neue Landesstraßenbrücke über die Kleine Elster in Wahrenbrück wird unter den Augen vieler Schaulustiger für den Verkehr freigegeben. FOTO: Manfred Feller
Wahrenbrück. Die neue Brücke über die Kleine Elster ist endlich fertig. Der Bürgermeister fordert vom Land den Bau weiterer Fahrradwege. Manfred Feller

Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) hat, natürlich mit einem Augenzwinkern, eine passable Begründung, warum die neue Landesstraßenbrücke über die Kleine Elster mit einjähriger Verspätung erst jetzt fertig geworden ist: Denn im anderen Fall wäre die 1000-Jahr-Feier zeitlich weit weg gewesen. Und im Ernst: Eine der Ursachen für die ganz ordentliche Verzögerung sei die nicht unkomplizierte Gründung des am Mittwochnachmittag freigegebenen Bauwerkes gewesen. Zwischendurch war noch ein Bagger in die Elster gefallen.

Die gestalterisch eher zweckmäßige Brücke liegt auf Bohrpfählen. Weil das Hochwasser vor sieben Jahren die alte Elster-Überführung beschädigt hatte, wurde die neue höher gebaut. Dies wiederum hatte eine längere Stützweite zwischen den Widerlagern von nunmehr 21,40 Metern zur Folge.

Die Planer mussten nicht nur größer zeichnen, sondern haben auch Weitsicht bewiesen. Denn die neue, 1,3 Millionen Euro teure L 65-Brücke hat neben dem Notgehweg von 1,25 Metern Breite (durch eine hohe Kante sicher von der Fahrbahn getrennt) auch einen 2,25 Meter breiten Fahrradweg. Damit hat sich das Land selbst in die Pflicht genommen. Wenn die Landesstraße als wichtiges Verbindungsstück von der B 101 zwischen Bad Liebenwerda und Herzberg zur B 183 zwischen Bad Liebenwerda und Falkenberg/Torgau eines Tages ausgebaut werden sollte, muss sie einen begleitenden Fahrradweg erhalten.

Diesen hat nach Ortsvorsteher Kurt Tranze bei der Brückenfreigabe auch Andreas Claus, Bürgermeister von Uebigau-Wahrenbrück, nachdrücklich gefordert. Das wäre dann der vollendete Lückenschluss zum Kleinen Spreewald, zum Elsterradweg und in die Kleinstadt hinein. Die zahlreichen Radfahrer am Freigabetag, darunter eine Seniorengruppe aus Tröbitz, unterstreichen die Notwendigkeit.

Bürgermeister Andreas Claus sieht weitere Defizite am Radwegenetz parallel zu Hauptstraßen in der Umgebung, zum Beispiel zwischen Lausitz und Marxdorf.

Die Ministerin hat stattdessen darauf verwiesen, dass der Landesbetrieb Straßenwesen in diesem Jahr 450 Millionen Euro in Brandenburg in die Hand nimmt, 50 Millionen Euro mehr als 2016.

Nach der Freigabe ist die Freude auf das heute beginnende "1000-Jahre-Brücken"-Fest groß. Nicole Bloedow (37) aus Beutersitz kann es kaum erwarten: "Ich freue mich auf den Auftritt meiner Tochter Pauline." Die Sechsjährige führt mit anderen Kita-Kindern ein Programm auf.

Dagegen wird Monika Bruchholz (65) alles verpassen, weil sie vor einem Jahr eine Reise gebucht hat. "Hut ab vor den Organisatoren!", sagt sie mit Blick auf die nur rund 560 Einwohner.

Mit zwei originalen Spreewaldrudeln zum Staken sind Karsten Jurischka, seit 2010 Inhaber des Kahnbetriebs im Kleinen Spreewald, und sein Mitarbeiter Eckhardt Wagner, beide aus Bad Liebenwerda, zur Brücke gekommen. Der Kahnfährmann versteht sein Handwerk, stammt er doch aus Lübbenau. Der 47-Jährige stakt seit seinem sechsten Lebensjahr.

Zum Thema:
Heute: 19 Uhr Festsitzung mit geladenen Gästen im Ratskellersaal. Die geplante Liveübertragung nach draußen fällt aus. Dafür wird die Aufzeichnung später im Stadtkanal gezeigt. Sonnabend: 9 bis 12 Uhr Tag der offenen Tür bei Schiffler-Möbel; ab 10.30 Uhr Markttreiben, historisches Handwerk, Kinderbelustigungen; ab 12.30 Uhr Kutschrundfahrten und Bootsrundfahrten auf der Schwarzen Elster; 13 Uhr geschichtlicher Rundgang vom Graunplatz zur Mühle; 14.30 Uhr Museum aus dem Koffer, ein Programm der "Happy Kids"; 15.30 Uhr Auftritt Kita "Sonnenschein"; 16.30 Uhr historische Begegnung auf der Brücke; 18 Uhr Brückenbrand; 20 Uhr Livemusik mit "Saitenwechsel"; 22 Uhr zweiter Brückenbrand; 22.50 Uhr Feuerwerk über der Schwarzen ElsterSonntag: 10 Uhr Gottesdienst im Festzelt, 11 Uhr Frühschoppen mit den Elstertalern und um 14 Uhr Festtombola.