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| 18:41 Uhr

Schweinepest: Elbe-Elster sieht sich gewappnet
Schweinepest: Betriebe und Jäger sensibilisiert

In Elbe-Elster werden Vorsorgemaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest getroffen. Immerhin gibt es im Kreis insgesamt 363 angemeldete Betriebe, die momentan 109 489 Schweine halten.
In Elbe-Elster werden Vorsorgemaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest getroffen. Immerhin gibt es im Kreis insgesamt 363 angemeldete Betriebe, die momentan 109 489 Schweine halten. FOTO: dpa / Jens Büttner
Elbe-Elster-Kreis. 363 Betriebe halten 109 489 Schweine. Ob mehr Wildschweine erlegt werden, lässt sich noch nicht belegen. Von Frank Claus

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist bis auf 60 Kilometer an Deutschland herangerückt, nachdem in Belgien vor gut einer Woche der Erreger in drei verendeten Wildschweinen nachgewiesen wurde. Nach Angaben von Amtstierärztin Ilona Schrumpf werden im Landkreis Elbe-Elster Vorsorgemaßnahmen getroffen. Immerhin gibt es im Kreis insgesamt 363 angemeldete Betriebe, die momentan 109 489 Schweine halten. Dabei gibt es 24 Betriebe, in deren Ställen mehr als 100 Tiere stehen. Zusammen werden in diesen Betrieben 108 097 Schweine gehalten. Die restlichen 339 Betriebe haben ein bis 96 Tiere im Bestand; insgesamt sind das 1472 Schweine.

Über die genauen Entwicklungen der Schweinepest würden die Schweinehalter umfassend informiert. Dabei werde auf die Bedeutung von präventiven Biosicherheitsmaßnahmen hingewiesen. Der Schwerpunkt liege momentan in der Prävention zur Verhinderung der Einschleppung und in der Früherkennung.

Dazu werde ein Monitoring-Programm mit Untersuchungen durchgeführt, in welchem bislang im Jahr 2018 190 Wildschweinblutproben und sieben Stück Schwarzwild (Fall- und Unfallwild) aus dem Landkreis Elbe-Elster zur Untersuchung eingeschickt worden seien.

Wichtig, so die Amtsärztin, sei die Kenntnis darüber, „dass Menschen am Virus der Afrikanischen Schweinepest nicht erkranken können (im übrigen auch keine Haustiere).“ Der Mensch könne allerdings diese für Haus- und Wildschweine hochansteckende und meist tödlich verlaufende Seuche durch Unachtsamkeit sehr schnell über weite Strecken verbreiten.“ Deshalb sei die gesamte Bevölkerung zu Achtsamkeit insbesondere im Umgang mit (Wild-)Schweinefleischprodukten bzw. Speiseabfällen aufgerufen.

Für Jäger seien fünf Punkte besonders wichtig: Der Landkreis zahle für jede eingereichte Probe von einem toten Wildschwein 30 Euro. Mit dem Land sei die Zahlung einer Erlegerprämie von 50 Euro bei Übererfüllung der Schwarzwildstrecke, die sich am Jahr 2015/2016 orientiert, vereinbart. Jäger dürfen zur Jagd auf Schwarzwild künstliche Lichtquellen (gebräuchliche Taschenlampen und Handscheinwerfer) verwenden. Die Schonzeit für Bachen ist aufgehoben. Um sogenannte Saufänge zu verwenden, gäbe es ein vereinfachtes Antragsverfahren.

Ob alle diese Maßnahmen zum vermehrten Abschuss von Schwarzwild führen, könne noch nicht gesagt werden, da die Abschlusszahlen für das Jagdjahr 2018/19 erst nach dem 31. April nächsten Jahres (Ende des Jagdjahres) vorliegen würden. Im Jahr 2017/18 seien im Landkreis 4170 Stück Schwarzwild erlegt worden. Momentan gäbe es im Kreis nur zwei Anträge auf Einrichtung von Saufängen. Einer davon sei bereits genehmigt.