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Vorbereitungen für Informationspfad durchs Lager Mühlberg haben begonnen

Vertreter von Stadt, Baufirmen und Planungsbüro – hier vor einer der Lagerlatrinen – beraten den weiteren Ablauf der Arbeiten. Foto: A. Posern
Vertreter von Stadt, Baufirmen und Planungsbüro – hier vor einer der Lagerlatrinen – beraten den weiteren Ablauf der Arbeiten. Foto: A. Posern FOTO: A. Posern
Neuburxdorf/Mühlberg. Fällarbeiten zeugen davon, dass im ehemaligen Lager Mühlberg mit der Umsetzung des lange diskutierten Informationspfades begonnen wurde. Er soll künftig Besuchern Auskunft über den Ort des doppelten Gedenkens geben. Von Antje Posern

Entlang der Lagerstraße wurde kräftig ausgelichtet. Ebenfalls an den Seitenwegen sind richtige Sichtachsen entstanden. Vor allem Pappeln, aber auch Robinien, Kirschen und Birken sind in den vergangenen Tagen gefallen. Schon ab nächstem Mittwoch beginnt die Bad Liebenwerdaer Landschafts- und Gartenbaufirma Sybille Jakober mit den Nachpflanzungen. Um den Alleecharakter der ehemaligen Lagerstraße zu unterstreichen, wird sie künftig von fast 160 Säulen-Hainbuchen gesäumt.

Als weitere Ersatzpflanzung ist auf einer 6000 Quadratmeter großen Brachfläche in der Nähe der Neuburxdorfer Siedlung eine Waldaufforstung vorgesehen. Etwa 2500 Laubgehölze werden dort gepflanzt. Eine weitere Auflage: Innerhalb des Lagergeländes werden mehrere Nisthilfen angebracht.

Die Seitenwege, die zum Beispiel zum Gräberfeld und zu den Überresten der Latrinen führen, werden mit einem pflegeleichten und dennoch grünen Schotter-Rasen versehen. Auf das ehemalige Lagertor wird nach der Umgestaltung eine größere gepflasterte Fläche symbolisch hinweisen. Nicht weit davon entfernt werden Stellflächen für zwei Busse angelegt. Geplant ist ebenfalls, am neu zu errichtenden Tor zum Massengräberfeld mit dem Hochkreuz mit im Weg eingelassenen speziellen Stahlbändern und Stacheldraht an die einst unüberwindbaren Lagergrenzen zu erinnern.

In einem Monat werden die 17 Glasstelen für den eigentlichen Informationspfad geliefert. Diese sollen dem Besucher künftig einen Einblick in die Geschichte und die einzelnen Bereiche des Lagers geben, wobei jeweils auf die Doppelnutzung als Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht und Speziallager des sowjetischen Geheimdienstes NKWD hingewiesen wird. Die Beschriftungen stellen nach langer Diskussion einen Konsens zwischen Lagerkennern wie Bernd-Jürgen Fritsch aus Neuburxdorf , der Initiativgruppe Lager Mühlberg und den Historikern des beauftragten Geschichtsbüros dar. Drei Stelen werden am Neuburxdorfer Soldatenfriedhof stehen, zwei am Gräberfeld und die restlichen am Hauptweg sowie weiteren Punkten des Lagers. Alle beteiligten Firmen müssen jetzt kräftig ranklotzen. Bis zum Jahresende soll die neue Gestaltung der Gedenkstätte abgeschlossen sein.

Zum Thema:

Zum ThemaFast 350 000 Euro hat das Land Brandenburg für die Umsetzung des Informationspfades im Lager Mühlberg zur Verfügung gestellt. Auch für die Finanzierung der Folgekosten zeichnet sich eine Lösung ab. Nach einer aktuellen Kalkulation wird der jährliche Pflegeaufwand mit etwa 18 000 Euro beziffert. Die Hälfte übernimmt das Land, wobei jährlich neu beantragt werden muss. Auf Mühlberg kommen etwa 3000 Euro zu.