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Von strikter Ablehnung bis zu großer Zuversicht

So könnten die Wege der EE-Kreistagsabgeordneten zu Sitzungen ab 2019 aussehen. Sollte es zu einem Lausitzkreis kommen, wird der Aufwand für das Ehrenamt wachsen. Nicht jeder der heutigen Abgeordneten ist bereit, dann weiter mitzuarbeiten. Andere sehen das nicht so eng. Weite Wege und das Zeitpensum sind die eine Seite, regionale Interessen und der Anspruch, dem Wähler vor Ort gerecht zu werden, die andere.
So könnten die Wege der EE-Kreistagsabgeordneten zu Sitzungen ab 2019 aussehen. Sollte es zu einem Lausitzkreis kommen, wird der Aufwand für das Ehrenamt wachsen. Nicht jeder der heutigen Abgeordneten ist bereit, dann weiter mitzuarbeiten. Andere sehen das nicht so eng. Weite Wege und das Zeitpensum sind die eine Seite, regionale Interessen und der Anspruch, dem Wähler vor Ort gerecht zu werden, die andere. FOTO: Janetzko/lr
Elbe-Elster. Sollte es zu einem Lausitzkreis kommen, wird der Aufwand für das Ehrenamt wachsen. Nicht jeder der heutigen Abgeordneten ist bereit, dann weiter mitzuarbeiten. Andere sehen das nicht so eng. Weite Wege und das Zeitpensum sind die eine Seite, regionale Interessen und der Anspruch, dem Wähler vor Ort gerecht zu werden, die andere.

Uve Gliemann (LUN): Ich kann mir nicht vorstellen, zu Kreistagen oder Ausschusssitzungen nach Cottbus oder Senftenberg zu fahren. Wir als Bauern sind in einem Großkreis Lausitz nicht gut aufgehoben. Da geht es um Kohle, Spreewald und Tourismus.

Andreas Holfeld (CDU): Der Großkreis ist eine Katastrophe. Wenn er kommt, kandidiere ich nicht für den Kreistag. Beruf und Ehrenamt sind dann nicht mehr vereinbar. Es wird Interessenskonflikte geben und ein Hauen und Stechen um begrenzte Mittel.

Cornelia Böck (Linke): Die etwa zwölf Termine im Jahr sind zeitig bekannt. Wenn wir etwas verbessern wollen, ist vieles machbar, auch als Ehrenamtler. Praxis- und Sachkompetenz sind wichtig. Die Probleme im Großkreis sind nicht viel anders als jetzt.

Dieter Heyde (LUN): In diesem Großkreis wird es schwierig, regionale Verbindungen zu schaffen. Es fehlen wichtige Ansprechpartner, um Politik vor Ort zu machen. Ich glaube nicht, dass Abgeordnete den Einsatz bringen können, der von ihnen erwartet wird.

Sandra Nauck (SPD): Wenn man gewählt wird, will man seine Aufgabe gut machen. Und das ist in so einem großen Kreis schwierig. Es wird schon schwierig werden, geeignete Kandidaten für den Kreistag zu finden. Wie sollen die Randgebiete dann vertreten sein? So könnten die Wege der EE-Kreistagsabgeordneten zu Sitzungen ab 2019 aussehen. Sollte es zu einem Lausitzkreis kommen, wird der Aufwand für das Ehrenamt wachsen. Nicht jeder der heutigen Abgeordneten ist bereit, dann weiter mitzuarbeiten. Andere sehen das nicht so eng. Weite Wege und das Zeitpensum sind die eine Seite, regionale Interessen und der Anspruch, dem Wähler vor Ort gerecht zu werden, die andere.

Ute Lubk (CDU): Ich werde auf keinen Fall für einen Kreistag im Lausitzkreis kandidieren. Das ist mit meiner Überzeugung nicht vereinbar. Etwas müsste ich vernachlässigen - das Ehrenamt, die Arbeit oder die Familie. Das will ich nicht. In so einem großen Kreis ist das Ehrenamt nicht mehr zu bewältigen, und das nicht nur wegen der weiten Wege. Jetzt weiß ich, von welcher Schule oder welchem Gebäude wir im Ausschuss reden. Das wird dann nicht mehr der Fall sein.

Alexander Piske (SPD): Die ehrenamtliche Arbeit wird sich in einem Großkreis Lausitz schwieriger gestalten. Längere Fahrwege zu Sitzungen und Betriebsversammlungen kreislicher Einrichtungen sind in Kauf zu nehmen. Der zeitliche Mehraufwand wird kaum zu händeln sein und zu Lasten des politischen Ehrenamtes gehen. Ob ich in einem neuen Kreistag mitwirken möchte, würde ich erst in Abhängigkeit von meiner beruflichen Entwicklung und den neuen Kreisgrenzen entscheiden.

Egon Schaeuble (CDU): Ich bin zuversichtlich, auch im Lausitzkreis als Abgeordneter ehrenamtlich tätig sein zu können. Als Richter kann ich im Rahmen des Möglichen meine Arbeitszeit frei wählen. Die Inhalte werden wegen des großen Gebietes eine erhebliche Einarbeitungszeit brauchen. Aber man kann sich vor Ort begeben oder das Internet nutzen.

Evamaria Riethdorf (LUN): Ich würde auch in einem Großkreis weitermachen. Das geht aber nur, weil mein Mann mir den Rücken freihält. Sonst haben wir vielleicht nur noch Rentner im Kreistag und gar keine Frauen mehr, die im Berufsleben stehen.

Lutz Kilian (SPD): Wenn Berufstätige das Abgeordnetenamt ausüben und von Herzberg nach Cottbus oder Forst zu Ausschusssitzungen fahren sollen, ist ein Tag ruckzuck weg. Es wird schwer werden, überhaupt Kandidaten für das Ehrenamt zu finden.

Bernd Raum (Linke). Ich bin 70, nicht mehr berufstätig und habe mehr Zeit als andere. Die weiten Wege sind aber sehr aufwendig. Ich sehe auch die Gefahr, dass es viel regionales Denken geben wird. Kandidieren würde ich, ob ich durchhalte, weiß ich nicht.

Gerd Rothaug (CDU): Ich kenne in Elbe-Elster jede Schule, kann überall hin und mir die Sache ansehen. Das ist dann nicht mehr leistbar. Vielleicht ist es gewollt, dass nur noch Hauptamtliche und Handheber im Kreistag sitzen. Ich möchte nicht sagen, dass ich nicht mehr kandidieren würde, aber schon jetzt ist mein zeitliches Engagement überdimensional hoch.