Wenn wir geerntet, geschaffen haben, dann können wir davon doch auch abgeben, dann können wir miteinander teilen. In diesem Gottesdienst ging es aber auch um das Brücken-Bauen. Der Prediger brachte dazu zwei Beispiele: er erzählte von einer deutsch-polnischen Ehe und einer jungen Görlitzerin, die eine Zeit in Mosambik gearbeitet hatte.
Noch während dieses Gottesdienstes konnte man von draußen lautes Rufen und Pfeifen hören. An der Altstadtbrücke - also an der direkten Verbindung zum polnischen Zgorzelec - ab es eine Kundgebung der NPD. Auch Gegner dieser Kundgebung hatten sich versammelt und versuchten, die Reden zu übertönen. Trotzdem war zu hören: „Wir sind das anständige Deutschland. Deutschland ist größer als die Bundesrepublik“ .
Ich habe mit Entsetzen und voller Ärger diese Kundgebung beobachtet. Wir feiern Erntedankfeste und sprechen dabei vom Teilen, vom Brücken bauen. Und doch gibt es immer wieder welche, die Geschehenes nicht akzeptieren wollen, die vor Blindheit gar nicht merken, wie dumm sie sind.
Ja, ich war und bin auch ärgerlich über unsere Regierenden in Berlin. Im Streit um Macht scheinen sie sich ihrer Verantwortung für das Land nicht mehr bewusst zu sein. Wann gelingt ihnen endlich das Brücken-Bauen? Unser Land hätte es dringend nötig, um solchen Kundgebungen entgegenwirken zu können.
Teilen um Brücken zu bauen. In der zurückliegenden Woche feierte eine Frau aus Wahrenbrück ihren 60. Geburtstag, die dieses Brücken bauen seit Jahren praktiziert: Gertrud Schwerdtfeger. Immer wieder organisiert sie Fahrten, um mit dem, was wir übrig haben, in der polnischen Partnerstadt Zawadzkie zu helfen, Freude zu bereiten.
Ja, ich bin froh und dankbar, dass wir auch solche Personen haben. Die praktizieren und leben, was auch Gott von uns will.
Gottes Segen, Gesundheit und Geduld, sehr geehrte Frau Schwerdtfeger, für das neue Lebensjahr.