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Vielfach sind die Erwachsenen das Problem

Dr. Anne-Katrin Voigt, Roland Neumann (l.) und Ellen Martin, Leiterin der überregionalen Suchtpräventionsfachstelle und Projektverantwortliche in Südbrandenburg (r.), ehren die erfolgreichen Klassen des Nichtraucherwettbewerbes im Kreis.
Dr. Anne-Katrin Voigt, Roland Neumann (l.) und Ellen Martin, Leiterin der überregionalen Suchtpräventionsfachstelle und Projektverantwortliche in Südbrandenburg (r.), ehren die erfolgreichen Klassen des Nichtraucherwettbewerbes im Kreis. FOTO: Frank Claus
Elbe-Elster. Der bundesweite Nichtraucherwettbewerb "Be Smart – Don't Start" an Schulen ist in Elbe-Elster auf besonders fruchtbaren Boden gefallen. 46 Klassen aus zwölf Schulen haben sich beteiligt – das ist brandenburgweit Spitze. Frank Claus

35 Klassen davon waren erfolgreich. Die Differenz spricht zuallererst für die Ehrlichkeit, mit der in diesen Wettbewerb gegangen wird. Das Prozedere sieht vor, dass die Klasse als erfolgreich gewertet wird, in der weniger als zehn Prozent der Schüler rauchen. Wie Alicia Groth und Meike Zettl vom Melanchthon-Gymnasium in Herzberg, das die meisten Klassen stellte, berichteten, werde der Wettbewerb schon ab Klassenstufe 7 geführt. "Es nützt doch nichts, wenn wir schummeln", sagten beide überzeugt. Nicht zu rauchen, das sei zuallererst eine Sache, die im Kopf klar sein muss, meinten sie und liegen damit mit Amtsärztin Dr. Anne-Katrin Voigt auf einer Wellenlänge. In den meisten Schulen übrigens ist das Durchhalten in Klasse 10 das größte Problem. Da würden dann doch einige Schüler mehr zur Zigarette greifen. Auf die Frage, wer denn schon mal in einem Auto gesessen habe, in dem geraucht wird oder wo zu Hause die Eltern rauchen, gingen übrigens etliche Arme nach oben. Die Jugend muss sich also einen eigenen Standpunkt erarbeiten und hat in vielen Fällen die Erwachsenen nicht gerade als Vorbilder.

Dezernent Roland Neumann fand es bei der Preisverleihung in Maasdorf gut, dass bereits in Klasse 7 das Rauchen thematisiert werde. "Ich freue mich, dass einige Schulen zum ersten Mal dabei sind." Die Projektbetreuer stellten einhellig fest: Das eingeführte Rauchverbot auf Schulhöfen habe das Rauchen erheblich eingeschränkt. Zudem, so würden viele Jugendliche beteuern, würden sie ihr Geld lieber anderweitig ausgeben wollen.