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Vereine
Vereinsheim in Hohenleipisch wächst

Nach dem Baustart im September soll der Aufbau im Dezember winterfest geschlossen sein. Einzug ist im Sommer nächsten Jahres. Von Manfred Feller

Berg- und Talfahrt beim VfB Hohenleipisch. Während das um eine Etage aufzustockende Vereinsheim in die Höhe gewachsen ist, hat das fußballerische Aushängeschild auf der Kellerdecke Platz genommen. Spielten die I. Männer, die beste Elf des Landkreises Elbe-Elster, in der vorigen Saison noch um den Aufstieg in die Brandenburgliga mit, belegen sie derzeit nur Platz 12 unter den 16 Teams der Landesliga Süd. „Wir haben die Mannschaft mit Spielern aus der Region verjüngt“, begründet Kassenwart Lutz Jakob die aktuelle und wohl nur vorübergehende Tabellensituation. „Es ist eine Übergangssaison.“

Während die Kicker an den Wochenenden um den Anschluss kämpfen, kommen die Bauleute unter der Woche voran. Die Preuß-Bau GmbH aus Herzberg stellt die letzten Wände der neuen Etage. Etwa ab dem 1. November wollen die Dachdecker der Firma von Enrico Popp aus Hohenbocka die Dachbinder setzen. Ist die Walmdachhaube dicht, können die Fenster eingebaut werden. Das erledigt die Firma Moderne Bauelemente, Tischlerei Müller GmbH aus Prösen. „Unser Ziel ist es, dass das Geschoss noch in diesem Jahr winterfest sein muss. Im neuen Jahr geht es mit dem Innenausbau, mit den Elektro-, Heizungs- und Sanitärarbeiten weiter“, zeigt Lutz Jakob den Zeitplan auf.

Anders als bei anderen Projekten im Landkreis, die aufgrund voller Firmenauftragsbücher manchmal leer ausgegangen waren, hatte der Verein auf seine Ausschreibungen jeweils mehrere Angebote erhalten. Beim Rohbau waren es drei, bei Dach und Fenstern jeweils vier.

Das Flachdach des Gebäudes trägt den neuen Aufbau sicher. Den ursprünglichen Abschluss bildet die Menzel-L-Decke aus Betonteilen. Darauf lässt sich gut aufbauen.

Die Entscheidung für das leichte Walmdach hatte zwei Gründe, so Lutz Jakob: Darunter lasse sich die Geschossdecke gut dämmen. Und das Gebäude sehe optisch natürlich attraktiver aus.

Im Altbestand bleibt es bei Gaststätte und Kegelbahn. Im Stockwerk darüber entstehen Geschäftsstelle, Konferenzraum, Trainerbüro, Schiedsrichterraum mit eigener Dusche, Fitnessraum (der später auch von anderen Vereinen genutzt werden könne), drei Umkleiden, zwei Duschräume und Toiletten. Eventuell soll später eine Sauna nachgerüstet werden.

Die für einen Verein enorme Investition hat ein Bauvolumen von 523 000 Euro. 392 000 Euro stammen aus dem europäischen Leader-Programm für die ländliche Entwicklung, kofinanziert vom Land Brandenburg. Der Rest sind Eigenanteil des VfB Hohenleipisch, die auch die allgemeine Vereinsförderung der Gemeinde und die Unterstützung der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ enthalten. Zusätzlich wurde bei der Sparkasse ein Kredit aufgenommen. „Das ist alles stemmbar“, sagt Lutz Jakob und fügt an: „Ohne diese Hilfen wäre dieses Projekt nur sehr schwer zu finanzieren gewesen.“

Hinzu kommen aber noch rund 30 000 Euro für die schrittweise Ausstattung der neuen Räume. Der Verein werde sich aus Kostengründen auch mit guten gebrauchten Einrichtungsgegenständen behelfen müssen und baut ebenso  auf Sponsoren, zum Beispiel für Tische, Stühle und Schränke.

Trotz der finanziellen Belastung sollen die Mitgliedsbeiträge stabil bleiben, versichert der Kassenwart. Der Jahresbeitrag sei in etwa so hoch wie der Monatsobolus in einem Fitnessstudio und rund dreimal so niedrig wie im Berliner Umland.

Kinder werden für 32 Euro im Jahr dreimal wöchentlich von immerhin 15 Nachwuchstrainern betreut und trainiert. Fast ein Drittel der ungefähr 320 Mitglieder sind derzeit Kinder und Jugendliche. Sie stellen im Spielbetrieb sechs Fußballmannschaften in den Altersklassen G, F, E, D, C und A. Hinzu kommen drei Männerteams (das III. zusammen mit Plessa) sowie die Volleyballfrauen, die Aerobicgruppe und die Seniorensportler.

Schwierig sei es, die Schulabgänger zu halten. Ausbildung und Studium lassen sie fortziehen. Doch bei einigen Neu-Dresdenern sei die Vereinsverbundenheit so groß, dass sie zwei- bis dreimal die Woche gemeinsam zum Training nach Hohenleipisch kommen.