| 02:41 Uhr

Vestas will 2014 in Mühlberg umschlagen

Vestas-Geschäftsführer Frank Weise (M.) erläutert Siegurd Heinze (l.) und Christian Heinrich-Jaschinski (r.) die Produktion.
Vestas-Geschäftsführer Frank Weise (M.) erläutert Siegurd Heinze (l.) und Christian Heinrich-Jaschinski (r.) die Produktion. FOTO: Landkreis
Lauchhammer/Finsterwalde. War vor Kurzem noch davon die Rede, dass Vestas offenbar die Nutzung des Hafens in Mühlberg plant, hat nun bei einem Besuch des OSL- und des EE-Landrats in dem Unternehmen dessen Chef Frank Weise angekündigt, noch in diesem Jahr Rotorblätter in diesem Binnenhafen umzuschlagen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Elbe-Elster-Kreisverwaltung hervor. red/dh

Die guten Kontakte zwischen den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster sollen auch 2014 fortgesetzt werden. Bei der jüngsten Zusammenkunft nahmen die Landräte Siegurd Heinze (parteilos) und Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) Wirtschafts- und Forschungskapazitäten der Region in den Fokus. Sie besuchten in der vergangenen Woche die Vestas Blades Deutschland GmbH in Lauchhammer und das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften (FIB) in Finsterwalde. "Beide gehören seit vielen Jahren zu den stabilen Größen in der Region, die durch Qualität und Innovation überzeugen", sagte Christian Heinrich-Jaschinski. "Dazu gehören solide Handwerksberufe auf der einen Seite und hochwertige und wissensbasierte Forschungsarbeitsplätze auf der anderen Seite, von denen unsere beiden Landkreise noch mehr benötigen", so der Elbe-Elster-Landrat.

Im Gespräch mit Vestas-Geschäftsführer Frank Weise informierten sich die Landräte über die allgemeine Wirtschaftssituation und die konkreten Bedingungen am Standort Lauchhammer. Darüber hinaus ging es um die Fachkräftesicherung und -gewinnung in dem Unternehmen mit 660 Beschäftigte und 34 Auszubildenden. Derzeit produziert Vestas in Lauchhammer rund 1200 Rotorblätter für Windkraftanlagen im Jahr.

Frank Weise kündigte an, dass das Unternehmen noch in diesem Jahr Rotorblätter im Hafen Mühlberg umschlagen will. Diese alternativen Energien weiter auszubauen, sei ein wichtiges Anliegen, das beide Landkreise als Mitglieder der Regionalen Planungsgemeinschaft Lausitz-Spreewald unterstützen, machte Siegurd Heinze deutlich.

Die Forschungseinrichtung für Bergbaufolgelandschaften (FIB) in Finsterwalde "hat sich in den mehr als 20 Jahren ihres Bestehens mit ihrer erfolgreichen Arbeit und ihrer wissenschaftlichen Kompetenz einen guten Ruf weit über die Grenzen der Region hinaus erarbeitet. Das ist ein Pfund, auf das wir auch bei den künftigen Herausforderungen bei der Braunkohlesanierung setzen", sagte Landrat Heinrich-Jaschinski.

Die rund 20 Wissenschaftler und Mitarbeiter der in Brandenburg und Sachsen tätigen FIB erarbeiten wissenschaftliche Grundlagen und anwendungsbezogene Lösungen für die Bergbaufolgelandschaften. Zu den Arbeitsgebieten gehören die landwirtschaftliche und forstliche Rekultivierung der Kippenflächen, die Wiederherstellung und Verbesserung der Böden, die Gewässersanierung, die Untersuchung der Ökosystementwicklung sowie die Renaturierung, Planung und Gestaltung der durch den Braunkohlebergbau geschädigten Flächen.

Aktuell auf der Tagesordnung steht für die Institutsmitarbeiter das Thema Grundwasserneubildung und -qualität. Ein besonderes Problem bildet die Oxidation der in Bergbauhalden und -kippen enthaltenen Eisensulfide, die zu einer starken Versauerung und hohen Salzkonzentration der Oberflächengewässer führt.

Noch im Frühjahr werden das neue Forschungsgewächshaus und Wassertechnikum auf dem Institutsgelände in Finsterwalde eingeweiht. Dort sollen dann konkrete Experimente zur Grundwassersanierung durchgeführt werden.