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| 16:07 Uhr

Wieder der Wolf?
Kritik: Das Land spielt auf Zeit

Das in der Nacht zum 23. Februar gerissene Kalb einer Mutterkuhherde der Elsterland GmbH Wahrenbrück. Ob es ein Wolfsriss war,  wird geprüft.
Das in der Nacht zum 23. Februar gerissene Kalb einer Mutterkuhherde der Elsterland GmbH Wahrenbrück. Ob es ein Wolfsriss war, wird geprüft. FOTO: Elsterland GmbH / LR
Wahrenbrück. Das Rissbild scheint eindeutig. Das haben Michael Berg, Geschäftsführer der Elsterland GmbH in Wahrenbrück, mehrere Jäger bestätigt. In der Mutterkuhherde in Wahrenbrück hat vermutlich ein Wolf in der Nacht zum 23. Februar ein zwei Tage zuvor geborenes Kalb gerissen. Ein Vorfall, der am Freitagabend, 9. März, mit Sicherheit auch bei der „Wolfswache“, eine landesweite Aktion des Bauernverbandes, in Polzen diskutiert wird. Von Frank Claus

Ganz sicher ist der Wolfsriss noch nicht, die Genetik-Probe steht noch aus. Thomas Frey, Sprecher des Landesumweltamtes, reagiert auf eine diesbezügliche Nachfrage genervt: „Das Ergebnis der Genetik-Untersuchung wird voraussichtlich erst in Wochen, wenn nicht Monaten vorliegen. (...)“  Das Landesumweltamt veranlasse  „hunderte Proben jährlich, da kann ich nicht jedes einzelne Ergebnis im Auge behalten“. Eine Nachfrage zu den Untersuchungsergebnissen, so vertröstet er, würde sich erst „Ende April / Anfang Mai anbieten“.

Eine Reaktion, die in der Fläche angesichts der Zunahme von Vorfällen mit Wölfen längst nicht mehr verwundert. „Das Land spielt auf Zeit“, sagt der Vorsitzende einer Jagdgemeinschaft, der namentlich nicht genannt werden will. Das Thema werde immer emotionaler. Da werde versucht, über „Fälle Gras wachsen zu lassen“. Michael Berg ist um seine 350 Tiere umfassende Mutterkuhherde jedenfalls besorgt.