ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:54 Uhr

Erste Überlegungen vorgestellt
Bad Liebenwerda feilt am Verkehrskonzept

BadLiebenwerda_Zentrum_neu
BadLiebenwerda_Zentrum_neu FOTO: Jens Berger
Bad Liebenwerda. Prognose: 2000 Fahrzeuge täglich weniger im Stadtzentrum nach Fertigstellung der B-183-Ortsumfahrung. Viele offene Fragen: Dresdner Straße ab Kurpark nur noch Anliegerstraße? Wieder direkte Einfahrt in den Markt? Von Frank Claus

Es ist der Beginn einer intensiven Debatte. Bad Liebenwerdas Stadtverordnetenversammlung hat in erster Lesung das neue Verkehrskonzept beraten. Erarbeitet wurde es im Auftrag der Verwaltung von der Ingenieurgesellschaft Hoffmann und Leichter sowie der Gruppe Planwerk.

Die Ausgangssituation:

Stadtverordnete, Verwaltung und Planungsbüros sind sich einig: Es ist richtig, sich rechtzeitig vor Übergabe der neuen B-183-Ortsumfahrung Bad Liebenwerda Ende September/Anfang Oktober dieses Jahres mit der neuen Verkehrsorganisation in Bad Liebenwerda zu befassen. Aber: Nicht mit dem Freigabetag, sondern erst etwa ein Jahr später, sollten jetzt ins Auge gefasste Veränderungen schrittweise umgesetzt werden. Denn keiner könne ganz genau abschätzen, wie sich das Verkehrsaufkommen mit Übergabe der neuen Umfahrung entwickelt.

Die Prognose:

Den Analysen zufolge werden nach Freigabe der Ortsumfahrung täglich etwa 2000 Fahrzeuge – zumeist Lkw  – weniger durch das Stadtzentrum rollen. Momentan sind das in der Dresdner Straße und auf dem Roßmarkt sowie bis zum Kreisel an der Schule zwischen 6000 bis 8000 Fahrzeuge. Ab Elsterwerda kommend werden, so die Prognose, etwa 2000 Fahrzeuge die neue Ortsumfahrung nutzen, ab Kreuzung Oschätzchen kommen weitere 1500 Fahrzeuge aus dem Raum Riesa dazu.

Erste Überlegungen:

Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter hat vorgeschlagen, den Kurpark-Charakter noch weiter zu vertiefen und Bad Liebenwerda noch intensiver fit zu machen für den Heilbad-Status. Deshalb wolle er die Dresdner Straße ab Höhe Busbahnhof bis zum Rossmarkt für den Normalverkehr „einziehen“ und nur noch als Anliegerstraße gestalten. Zwischen Lubwartturm und Kurklinik sollen Bäume gepflanzt werden. Der stadteinwärts führende Verkehr solle über die Lübbecker Straße (ehemals Querspange) und Hainsche Straße sowie Ladestraße, Bahnhofstraße/Rösselpark geführt werden. Er vermutet, dass sich der Pkw-Verkehr aus Elsterwerda, der in die Innenstadt rollt, künftig vermutlich ohnehin aufteilt: einmal über den bisherigen Weg am Dänischen Bettenlager vorbei und einmal über die neue Kreuzung am Abzweig Oschätzchen. In diesem Zusammenhang wird auch die direkte Einfahrt über die Breite Straße in den Markt vom Rossmarkt aus (den gab es bereits zu DDR-Zeiten) geprüft. Dazu müsste vermutlich die Postmeilensäule versetzt werden. Diese Lösung würde die Anwohner der Schlossstraße, durch die täglich etwa 750 Fahrzeuge rollen, entlasten. Zugleich komme die direkte Einfahrt den Geschäftsleuten in der Innenstadt entgegen, argumentierte Susann Kirst, verantwortlich für die Kurortentwicklung. Der SPD-Abgeordnete Harald Lax sieht noch erheblichen Prüfungsbedarf: „Was nützt es uns, wenn die Fahrzeuge von der Hainsche Straße aus wieder über den Rossmarkt zum Markt düsen, aber rund um den Marktplatz sowieso keine Parkplätze finden?“

Thema Parken:

Insgesamt verfüge Bad Liebenwerda in der Innenstadt über 570 Park-Stellplätze. Das erweiterte Umfeld eingerechnet, seien es 930. Das sei ein sehr guter Schnitt. Eng würde es immer nur an den Wochenmarkttagen und vor Feiertagen. Ein gebührenpflichtiges Parkhaus, so die Planer, dürfte sich für Bad Liebenwerda nicht rechnen. Man müsse mit erheblichen Investitionen, die sich refinanzieren müssten, rechnen. Und da das Angebot ringsherum immer noch groß sei, so würden es Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, würden die Kunden immer erst die gebührenfreien Parkflächen nutzen. Das Planungsbüro sieht allerdings Reserven in der Parkflächenbewirtschaftung. Verwaltungsmitarbeiter, Ladeninhaber und Mitarbeiter in Institutionen würden stundenlang genau die Parkflächen boykottieren, die Kunden und Gästen der Stadt vorbehalten sein sollten. Beschäftigten in der Innenstadt seien Wege bis zum Arbeitsplatz von 500 Metern zuzumuten. Die Parkdauer sei zu verkürzen, um mehr Durchfluss zu ermöglichen.

Fahrradverkehr:

Radwege in der Innenstadt gehören der Vergangenheit an. Das Risiko, zu verunfallen, sei deutlich geringer, wenn der Radverkehr mit dem fließenden Verkehr in einem mit Markierungen abgesicherten Bereich mitgeführt werde.

Um den Verkehr vom Rossmarkt in den Markt zu ermöglichen, muss vermutlich die Postmeilensäule versetzt werden.
Um den Verkehr vom Rossmarkt in den Markt zu ermöglichen, muss vermutlich die Postmeilensäule versetzt werden. FOTO: LR / Frank Claus
Der heutige Roßmarkt in Bad Liebenwerda im Jahr 1957.
Der heutige Roßmarkt in Bad Liebenwerda im Jahr 1957. FOTO: -