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| 02:41 Uhr

Vererben und Erben – was alles zu bedenken ist

Bad Liebenwerda. Um das Erbrecht für Jedermann geht es am Donnerstag, 20. März, bei einer Veranstaltung der LAUSITZER RUNDSCHAU ab 18 Uhr im Burgkeller in Bad Liebenwerda. Es geht um rechtzeitige Vorsorge, gesetzliche Erbfolge sowie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Die Notar- und Steuerberatungskammern Brandenburg unterstützen die Veranstaltung. red/fh

Der Tod eines nahen Angehörigen ist ein schmerzliches Ereignis. Die Abwicklung der Beerdigung übernimmt das Bestattungsinstitut. Die Frage, wer Erbe geworden ist, haben die Hinterbliebenen selbst zu klären.

Hatte der Verstorbene (Erblasser) ein notarielles Testament errichtet, bereitet dies im Regelfall keine Probleme, da das notarielle Testament zwingend beim Nachlassgericht verwahrt wird. Darauf macht die in Falkenberg ansässige Notarin Birgit Graefling aufmerksam.

Sobald das Nachlassgericht Kenntnis vom Tod des Erblassers erlangt hat, eröffnet es das Testament und sendet es den Personen zu, die in dem Testament bedacht sind, und den Personen, die von Gesetzes wegen Erbe geworden wären. Gleiches gilt, wenn der Verstorbene ein handschriftliches Testament in die amtliche Verwahrung des Nachlassgerichts gegeben hat.

Häufig werden handschriftliche Testamente zu Hause aufbewahrt. Dies birgt die Gefahr, dass sie nach dem Tod des Erblassers nicht gefunden werden oder "verschwinden". Von Gesetzes wegen ist jeder, der ein Testament in Besitz hat, mit dem Tod des Erblassers verpflichtet, es beim Nachlassgericht abzuliefern, damit dieses die Testamentseröffnung vornehmen kann.

Ist überhaupt kein Testament vorhanden, greift die gesetzliche Erbfolge ein. Die Klärung der gesetzlichen Erbfolge kann sich im Einzelfall als durchaus schwierig erweisen, wenn etwa keine nahen Verwandten oder Kinder aus unterschiedlichen Beziehungen vorhanden sind. Die notarielle Erfahrung zeigt, dass häufig falsche Vorstellungen bestehen, wie sich die gesetzliche Erbfolge gestaltet. Deshalb kann den Personen, die kein Testament errichtet haben oder errichten wollen, nur dringend die Klärung der Frage angeraten werden. Die Erben können über den Nachlass nur dann verfügen, wenn sie ihr Erbrecht nachweisen können. Dies ist bei einer notariellen Regelung in der Regel kein Problem, denn hierfür reicht im Allgemeinen das Protokoll über die Testamentseröffnung des Nachlassgerichtes mit dem anliegenden Testament aus; anhand dieser Urkunden kann der Erbe etwa als Eigentümer im Grundbuch eingetragen werden. Bei einem handschriftlichen Testament oder dem Eintritt der gesetzlichen Erbfolge scheidet der vorherige einfache Weg aus; hier muss der Nachweis der Erbfolge durch Erbschein geführt werden. Der Erbscheinsantrag kann bei einem Notar oder beim Nachlassgericht gestellt werden.

Bei gesetzlicher Erbfolge muss die Erbfolge durch Vorlage der Personenstandsurkunden nachgewiesen werden. Anhand des Erbscheinantrages erteilt das Gericht den Erbschein. Sowohl der Antrag als auch der Erbschein verursachen Kosten.

Mit dem Tode einer Person (Erbfall) geht das Vermögen (Erbschaft) als Ganzes automatisch auf den oder die Erben über; es ist also keine Erklärung über die Annahme der Erbschaft notwendig. Möchte man den Anfall der Erbfolge vermeiden, etwa weil die Erbschaft nur aus Schulden besteht, muss man die Erbschaft binnen sechs Wochen ausschlagen, nach dem der Erbe Kenntnis vom Anfall der Erbschaft erhalten hat. Diese Ausschlagung kann bei einem Notar oder beim Nachlassgericht erklärt werden. Im Falle einer wirksamen Ausschlagung wird man nicht Erbe und hat damit eventuelle Schulden des Erblassers nicht zu tragen.

Zum Thema:
Mehr zum Thema erfahren Sie beim Leserforum in Bad Liebenwerda am Donnerstag, 20. März, 18 Uhr, im Burgkeller des Bürgerhauses (Burgplatz 3). Das Forum findet mit finanzieller Unterstützung der Notarkammer Brandenburg und der Steuerberaterkammer Brandenburg statt.