Von Karsten Bär und Frank Claus

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat am Mittwoch auf dem Lubwartturm in Bad Liebenwerda sowohl die Genehmigung des Fusionsvertrages für die vier Städte der Kurstadtregion Elbe-Elster (Bad Liebenwerda, Falkenberg, Uebigau-Wahrenbrück und Mühlberg) als auch einen  Zuwendungsbescheid über 1,5 Millionen Euro als Einmalkostenzahlung für die Zusammenlegung der Verwaltungen übergeben. Damit ist die entstehende Verbandsgemeinde inzwischen mit drei Millionen Euro bezuschusst worden.

Der gewählte Ort war im doppelten Sinn historisch: Der Lubwartturm ist nicht nur, wie Museumsmitarbeiter Ralf Uschner ausführte, Zeugnis einer langen geschichtlichen Tradition im ehemaligen Kursachsen – dort wurde vor fünf Jahren mit dem Kooperationsvertrag auch die Grundlage für die Verbandsgemeinde Liebenwerda gelegt.

Ralf Uschner sorgte mit seinen informativen und humorvollen Aussagen für eine lockere Beschwingtheit an diesem Tag. „Wir sind in der Geschichte an der Seite ,Brandenburgs’ oft gut gefahren. So verdanken wir die urkundliche Ersterwähnung des Landes zwischen Elbe und Elster im Jahre 1312 einer Urkunde des Markgrafen von Brandenburg“, sagte er und meinte über Elbe-Elster: „Noch immer liegt es fernab und mittendrin des Geschehens, fernab der Großstädte Dresden, Leipzig und Berlin und doch verkehrstechnisch mittendrin.“

Um 1200, als der Lubwartturm erbaut wurde, lag Liebenwerda, so der Historiker, in der „Mitte“ der neben der Mark Brandenburg und der Mark Meißen eher nicht so bekannten „verschwundenen Mark“, der sogenannten Marchia orientalis (Ostmark). Diese habe sich von Landsberg bei Halle über Eilenburg, Torgau, Liebenwerda und das Land zwischen Elbe und Elster, die angrenzende Lausitz bis nach Köpenick erstreckt. Die neue Verbandsgemeinde Liebenwerda, so Ralf Uschner, greife auf historisch gewachsene Strukturen, die auf einer langen gemeinsamen Geschichte beruhen, zurück.