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Vampire im Bürgerhaus

Musik- und Deutschlehrerin Annett Paul zum Erfolg der Musicalprojekte: "Es ist toll zu sehen, wie Schüler aufleben, die sonst untergehen, weil ihnen andere Begabungen fehlen."
Musik- und Deutschlehrerin Annett Paul zum Erfolg der Musicalprojekte: "Es ist toll zu sehen, wie Schüler aufleben, die sonst untergehen, weil ihnen andere Begabungen fehlen." FOTO: M. Claus/mcl1
Bad Liebenwerda. Der Erfolg aus dem vergangenen Jahr spornt Lehrer wie Schüler der Robert-Reiss-Oberschule in Bad Liebenwerda gleichermaßen an, ein neues künstlerisches Projekt anzugehen. Das Musical "Tanz der Vampire" steht dafür Pate. Die ersten Proben laufen bereits. Mona Claus / mcl1

Schule soll nicht nur Wissen in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften vermitteln. Sie soll auch individuelle Stärken fördern helfen, wie Gesang, Tanz, Kreativität und künstlerisches Gestalten.

Ist das Neuland? Nicht für die Schüler an der Oberschule "Robert Reiss" in Bad Liebenwerda.

Mit einem Faschingsprojekt hat alles begonnen, auf unterschiedlichen Bühnen gab es außerdem verschiedene Formen des darstellenden Spiels. Die jüngste Art künstlerischer Verwirklichung finden die Beteiligten seit etwa vier Jahren in selbst kreierten Musicalshows. Die Grundlage bieten aktuell angesagte oder bekannte Stücke.

In Erinnerungen schwelgten Ende des vergangenen Schuljahres all jene, die die Songs von Udo Jürgens lieben. "Wir waren noch niemals in New York" kam an drei Abenden auf die Bühne im voll besetzten Bürgerhaus. Nachdem sich der Erfolg herumgesprochen hat, wird bereits nach Karten für das jüngste Projekt gefragt, und die Macher planen schon zusätzliche Auftrittstermine.

Vorab ging es wie im Jahr davor mit allen Darstellern zum Originalmusical nach Berlin. "Bereits in der Pause kamen schon die ersten Vorschläge, was man übernehmen sollte, wo man selbst kreativ werden kann, an welcher Stelle unbedingt Skeleton eingebaut werden muss und wer welche Rolle übernimmt", erzählt Musiklehrerin Annett Paul. "Es ist toll zu sehen, wie Schüler aufleben, die sonst untergehen, weil ihnen andere Begabungen fehlen."

Die Sorge darüber, dass die Zehntklässler des vergangenen Jahrgangs eine Lücke bei den Aktiven hinterlassen könnten, erweist sich heute als völlig unbegründet. "Die neuen Achter haben das Team wieder aufgefüllt", freut sich Annett Paul. Selbst Kunstlehrerin Lorlita Schraplau hat keinen Grund zur Sorge, "Kulissenbauer haben sich reichlich gemeldet", lässt sie wissen. In den Herbstferien wird das Drehbuch zusammengeschrieben, schließlich steht eine eigene Geschichte hinter der Show. Daneben haben die Schüler bereits selbstständig mit der Probenarbeit begonnen. Unterstützung gibt es auch von so manchem Elternteil, wie im Jahr zuvor.

Annett Paul: "Die Probenarbeit läuft ausschließlich neben dem Unterricht - in den Pausen und nach der Schule. Das Lehrerkollegium steht natürlich hinter diesem Projekt. Mitunter bedingt der Erfolg des einen ja auch den Ehrgeiz für das andere."

Seit nunmehr zwölf Jahren agieren Ramona Votapek, Lehrerin für Deutsch und Geschichte, Kunst- und Deutschlehrerin Lorlita Schraplau und Musik- und Deutschlehrerin Annett Paul als Team hinter den Kulissen. Den Hut ziehen vor allem die Eltern vor diesem Engagement und nach der letzten Show flossen sogar Tränen über die Anerkennung ihrer Leistung durch das Publikum bei den Kindern.

Die Oberschüler machen es spannend: Lediglich beim Tag der offenen Tür an der Oberschule werden vorab kleine Ausschnitte der aktuellen Musicalshow gezeigt.