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Unwetter zerstört fast Lebenswerk

Zwei Ahornbäume sind bei dem Unwetter am Donnerstag auf das Anwesen von Grit Lehmann und Andreas Arlt in Theisa gestürzt.
Zwei Ahornbäume sind bei dem Unwetter am Donnerstag auf das Anwesen von Grit Lehmann und Andreas Arlt in Theisa gestürzt. FOTO: Manfred Feller
Theisa. Der Sturm am Donnerstag hat einige Bäume auch auf Wohnhäuser stürzen lassen. In und um Theisa schlug das Unwetter sehr hart zu. Eine Familie bangt um ihre Existenz. Manfred Feller

Das Schicksal schlägt manchmal unerbittlich zu. In Theisa hat der schwere Sturm vom vergangenen Donnerstag auf mehreren Grundstücken schwere Schäden angerichtet. Zwei mächtige Ahornbäume sind auf das Anwesen beziehungsweise das erst 2003 bezogene Haus von Grit Lehmann und Andreas Arlt gestürzt und haben ihnen damit förmlich den existenziellen Boden unter den Füßen gerissen. Das auch psychisch hart getroffene Paar sagt es unmissverständlich: Wenn es neben den Verbindlichkeiten für das Haus allein für den angerichteten Schaden aufkommen soll, weiß es nicht, wie es weitergehen soll. "Es ist alles nur schrecklich", sagt die 48-jährige Hausbesitzerin.

Während sie auf Arbeit war, hat ihr Mann den Unwetterhorror im Haus live erlebt. Er stand im Dachgeschoss am Fenster, als der erste der rund 20 Meter hohen Bäume auf das Grundstück krachte. Bald darauf kippte der zweite Baum direkt aufs Haus. Andreas Arlt, der unter Schock stand, wie er sagt, weiß nicht, wie um ihn geschehen ist. Er zittert am ganzen Leib. Fortan läuft alles wie ein schlimmer Film im Nebel ab.

Irgendwann schafft er es doch, auf dem Handy Hilfe zu alarmieren und seine Frau zu verständigen. Sie wird nach Hause gefahren, erleidet einen Nervenzusammenbruch und wird ins Krankenhaus gebracht.

Die örtliche Feuerwehr ist selbst betroffen, rückt dann aber mit einer Plane an, um das Dach zu schließen. Es regnet. Das Wasser läuft bis in den Keller. Vor Mitternacht kommt Verstärkung. Die Feuerwehr stutzt die Baumkrone. Das Dach wird noch besser abgedichtet. Am nächsten Tag rückt eine Spezialfirma an.

Das Paar hat so viel zu organisieren: Versicherung, Gutachter, Handwerksfirmen. Doch ein Baum hat Masten und die Telefonfreileitung zerstört. Niemand weiß, wann diese repariert wird. Und der Handyempfang in Theisa sei miserabel. Eine Anlaufstelle für derartige Katastrophenfälle wünscht sich das Paar in solchen Situationen.

"Dies hier ist vermeidbar gewesen", ist der 50-Jährige überzeugt. "Seit Jahren kämpfe ich darum, dass die beiden Bäume an der Landesstraße wegkommen", ergänzt Grit Lehmann. Sie zeigt jeweils auf den fauligen Kern der Stämme. Ein Ahorn ist mitten im geschwächten Wurzelbereich gebrochen. Die Bäume seien oft begutachtet worden - und blieben stehen.

Das Paar bangt nun dem nächsten angekündigten Gewitter und dem Prüfergebnis des Statikers entgegen. Mit seinem Anwalt will es alles daransetzen, dass der Schaden ersetzt wird. Einzelne Räume sind mehr oder weniger gut bewohnbar.

Ungeheuerlich finden die Theisaer, dass nach dem Unglück jede Menge Gaffer mit dem Auto vorgefahren seien und das Haus fotografiert hätten. Darauf hingewiesen, sei als Reaktion der Stinkefinger gezeigt worden.

Die Stadt Bad Liebenwerda hatte sich bereits am Freitag bei Geschädigten erkundigt, ob Ersatzquartiere notwendig sind. Bürgermeister Thomas Richter war nach dem Unwetter mit der Feuerwehr, die überall wie auch Privatleute und Firmen Großes geleistet hat, unterwegs zu den Geschädigten. "Wer Hilfe benötigt, der melde sich bitte", sagt er. Kontakt: 035341 155100, E-Mail: sekretariat@badliebenwerda.de bzw. bgm@badliebenwerda.de