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Unterwegs mit Pferd im Naturpark

Ob allein auf dem Pferd oder gemächlich in der Kutsche oder auf dem Kremser: Der Herbstritt hat allen gefallen.
Ob allein auf dem Pferd oder gemächlich in der Kutsche oder auf dem Kremser: Der Herbstritt hat allen gefallen. FOTO: sam1
Dobra. Das Wetter mit Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad Celsius hätte nicht besser sein können, um mit dem Pferd einen Ausritt zu veranstalten. Im Herbst ist die Tradition der Fuchsjagd weit verbreitet. Mirko Sattler / sam1

"Die traditionelle Fuchsjagd mit schnellen Ritten durch Wald, Feld und über Wiesen sowie Sprünge über liegende Baumstämme haben wir seit den 90er Jahren insgesamt 16 Jahre lang gemacht. Die alteingesessenen Reiter sind nicht mehr dabei, und für unseren Nachwuchs ist diese Art des Ausrittes zu gefährlich. Deshalb veranstalten wir unter dem Motto ,Herbstzauber' einen Herbstritt", berichtet Werner Jost, der Vorsitzende des Reit und Fahrvereines Dobra.

Nach einer ausgiebigen Stärkung nutzte die Reitgesellschaft (8 Reitpferde und 8 Gespannpferde, verteilt auf drei Kutschen und einen Kremser) die wärmenden Sonnenstrahlen der Mittagssonne, um zu einer kleinen Tour durch den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft aufzubrechen. Ausschließlich Freizeitreiter waren diesmal dabei. "Die heutigen Turnierpferde sind sensibler und teurer. Deshalb wollen wir unseren Sportlern, die Turnierpunkte sammeln, dies nicht zumuten. Keiner unserer Sportler trauert der Fuchsjagd hinterher", so Jost weiter.

Zum ersten Mal ritt Luisa mit. "Ich habe ein gutes Gefühl, bin aber dennoch etwas aufgeregt. Traurig, dass es nur ein Ausritt und keine klassische Fuchsjagd ist, bin ich nicht", meint die 10-jährige Thalbergerin, die seit über fünf Jahren reitet und schon an Turnieren teilnimmt. Gleich daneben bereitete Sarah Engelmann ihr Pferd Saphir, ein Wallach, für den Ritt vor. "Schon mehrmals bin ich bei solch einer Veranstaltung dabeigewesen. Obwohl ich bei den vorangegangenen Fuchsjagden bisher keine Fehler begangen habe, bin ich nicht traurig darüber, dass es heute nur ein normaler gemütlicher Ausritt wird", erzählt die 21-Jährige aus Saathain, die ein inniges Verhältnis zu ihrem Pferd hat. Bis zu fünfmal in der Woche ist sie bei ihrem neunjährigen Wallach und reitet mit ihm auch Turniere der Klassen E und A.

Verantwortlich für die Streckenführung am Samstagmittag war Roland Schüler. "Wir reiten von Dobra aus nach Thalberg, an den Teichen vorbei, dann durch das Waldgebiet Schlotten und dann zurück nach Dobra. Mit ihren 15 Kilometren ist die Runde eher leicht. Sie gleicht aber nicht der aus dem vorigen Jahr. Diesmal sind schon einige Äcker bestellt und es liegen noch Bäume quer, die unsere Reiterinnen für leichte Sprünge nutzen können", weiß der 64-Jährige, der mit seiner Kutsche und seinen beiden schweren Warmblütern den Tross anführt. Schon zu DDR-Zeiten war er einer der wenigen, die Pferde besaßen. Heute hat er inklusive der Fohlen 12 eigene Pferde in seinem Stall zu stehen.

Nach einer Pause ist auch Franziska Schulze wieder dabei. "Seit letztem Jahr stehen meine Pferde wieder hier im Stall in Dobra. Heute bin ich zum ersten Mal dabei und freue mich auf einen schönen Tag mit der Familie", meint die 38-Jährige. In ihren Kindheitstagen beschäftigte sie sich schon einmal mit Pferden. Nach einer Pause packte sie die Pferdeleidenschaft im vorigen Jahr wieder.

Seit Anfang an dabei ist Familie Bunger aus Dobra. "Bei solch einem Ausritt, egal ob Fuchsjagd oder nur Herbstausritt, trifft man immer wieder bekannte Leute. Zwar stand man auf dem Kremser nicht so unter den Augen des Jagdgerichtes, dennoch musste man irgendwie Strafgeld zahlen", sagte Eberhard Bunger mit einem verschmitztem Lächeln.

Seine Frau Ingelies fügte noch an: "Bisher hat es in all den Jahren nur zweimal geregnet, und man kann so schön die Landschaft genießen."