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| 01:06 Uhr

„Unsere Seele ist von den Bildern überfordert“

Die Religionspädagogin Gabriele Georgi bringt ihre Betroffenheit angesichts der Flutkatastrophe in Asien zum Ausdruck.

Mit den Bildern, die uns die Medien in den letzten Tagen in unsere Wohnungen bringen, ist unsere Seele überfordert. Es ist fremdes Leid, was wir da sehen, es betrifft uns nicht. Wir sind nicht in der Lage, etwas zu empfinden für Menschen, die wir nicht kennen. Und außerdem wollten wir uns auf den Jahreswechsel einstellen und Weihnachten feiern. Die Katastrophe trat zu einem Zeitpunkt ein, wo wir uns gerade so gut es ging zurückgezogen hatten in unser kleines Glück und dort unsere Ruhe genießen wollten.
Von einer Jahrhundertflut war sofort die Rede, von einer Jahrhundertkatastrophe. Was ist das für eine Zeit, in der eine Jahrhundertflut noch kaum vergessen ist und schon die nächste kommt, die noch ungleich viel schlimmer ist? Für sie finden Reporter dann zögernd einen noch schlimmeren Namen: Sintflut. Aber wir hören schon nicht mehr richtig hin, bei solchen Worten. Zu oft hat man uns in den vergangenen Jahren gesagt, dass die Welt nie wieder so sein wird, wie sie vorher war. Wir stumpfen ab, ohne es zu merken.
Die uralte Geschichte von einer Sintflut ist in der Bibel überliefert. Sie berichtet ebenfalls von einer verheerenden Katastrophe, die alles Leben zerstörte. Am Ende dieser Geschichte aber steht die Möglichkeit des Neubeginns. Die Taube, die mit einem Zweig im Schnabel zurückkehrte, ist zu einem Symbol der Hoffnung geworden. Bitte helfen Sie mit, dass diese fremden Menschen, die in einem Moment alles verloren haben, ihre Hoffnung wieder finden. Vielleicht haben Sie selbst schon einmal erfahren, wie gut es tut, wenn jemand versucht, mir beizustehen, in einem Augenblick in dem es mir schlecht geht. Wenn Sie es zulassen, dass Ihr Herz sich öffnet, dann kann die Hoffnung wieder wachsen, in Ihrem eigenen Leben und im Leben eines anderen Menschen.