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Kulturreihe im Bürgerhaus läuft aus
Ungewisse Zukunft für das Bürgerhaus in Bad Liebenwerda

Das Bürgerhaus neben Lubwartturm und Kreismuseum.
Das Bürgerhaus neben Lubwartturm und Kreismuseum. FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Die Zukunft des Bürgerhauses in Bad Liebenwerda, ein Objekt der Sparkasse Elbe-Elster, ist ungewiss. Das Kredithaus hat der jetzigen Pächterin der Gastronomie im Burgkeller zum 31. März des nächsten Jahres gekündigt und will auch die von ihr selbst im September 2013 ins Leben gerufene Kulturreihe mit mehreren Veranstaltungen im knapp 200 Gäste fassenden Saal zum Juni des nächsten Jahres auslaufen lassen. Frank Claus

Über die Gründe der Gastronomiekündigung will sich Sparkassen-Vorstand Jürgen Riecke nicht öffentlich äußern. Besucher hatten sich bei Veranstaltungen im Saal auch gegenüber der RUNDSCHAU immer wieder über die schleppende Bewirtung in den Pausen geärgert. In der Kritik stand LR-Informationen nach zudem der Zustand des Biergartens. Am meisten ärgert sich der Sparkassenchef wohl aber über die Kurstädter und die Einwohner aus dem Umland. "Trotz oft hochkarätiger Künstler bekommen wir den Saal nur selten voll. Da sind ja oft mehr Finsterwalder als Einheimische drin", sagt er. Das Haus habe im letzten Jahr insgesamt einen Zuschussbedarf von 138 000 Euro gehabt. Es gab auch Jahre, in denen es noch mehr war.

Die Unterhaltung eines "Kulturhauses" sei nicht "ureigenste Aufgabe" einer Sparkasse. Deshalb wolle er im Winter gemeinsam mit dem Landkreis und der Stadt Bad Liebenwerda in Klausur gehen, um über die Zukunft des Hauses zu beraten. Regelrecht aufgebracht reagiert Jürgen Riecke, wenn er mit der "Gerüchteküche", wonach das Haus zu einem nächsten Ärztehaus oder einer Salzgrotte umfunktioniert werden soll, konfrontiert wird: "Das ist völliger Unsinn!"

Egal ob mit oder ohne Gastronomie, die Weiternutzung des Saals hält Jürgen Riecke auch unter neuen Konstellationen für denkbar. "Das heißt ja nicht zwingend, dass wir ihn betreiben müssen." Die Einbeziehung des Bürgerhauses in das Museumskonzept ist auch immer wieder diskutiert worden, zum Beispiel zur Erweiterung der umfangreichen Marionettensammlung. Dass Bad Liebenwerda oder die hundertprozentige Tochter der Stadt, die Haus- und Grundbesitzgesellschaft (HGB), das Bürgerhaus übernehmen, scheint ebenso eine Variante wenngleich HGB-Geschäftsführer Martin Ehring nach Übernahme des alten Sparkassengebäudes (heute u.a. HausLeben) mehrfach warnte: "Wir dürfen die HGB nicht überfordern."

Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter (CDU) kann sich die Stadt ohne Bürgerhaus nicht mehr vorstellen. "Wir brauchen diesen Saal, weil wir keinen anderen haben", meint er und verweist auf die Schuleinführungsfeiern, Festveranstaltungen zu Jubiläen, Tagungen, Theateraufführungen und nicht zuletzt zahlreiche Familienfeiern.