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| 02:37 Uhr

Und so sieht es auf der freien Strecke zwischen Wünsdorf und Hohenleipisch aus?

In Golßen stehen inzwischen die Widerlager an der Bundesstraße.
In Golßen stehen inzwischen die Widerlager an der Bundesstraße. FOTO: Frank Claus
Berlin/Elbe-Elster. Für die Deutsche Bahn ist es eins der wichtigsten Infrastrukturprojekte: Seit August dieses Jahres realisiert sie auf dem 73 Kilometer langen Abschnitt zwischen Baruth im Landkreis Teltow-Fläming und Hohenleipisch im Elbe-Elster-Kreis die erste Stufe des Ausbaus der Strecke Berlin–Dresden. 475 Millionen Euro sind allein dafür veranschlagt. Frank Claus

Am 9. Dezember 2017 soll der Verkehr wieder rollen. Zunächst sollen Züge zwischen Wünsdorf-Waldstadt und Hohenleipisch mit 160 Kilometer pro Stunde unterwegs sein. Das europäische Zugbeeinflussungssystem wird bis 2020 installiert und macht danach Tempo 200 möglich.

Wie Projektleiter Michael Bung verdeutlicht, ist es ein komplexes Vorhaben. "Wir haben in den Planungsphasen allein 700 Grundstücksvorgänge bearbeiten müssen." 18 Planrechtsverfahren waren nötig, drei Landkreise und 13 Straßenbaulastträger einzubeziehen. Während der 16-monatigen Vollsperrung sind 22 Bahnübergänge aufzulösen, Brücken und Unterführungen zu bauen, elf Bahnhöfe neu herzurichten und sechs elektronische Stellwerke zu bauen. Nahezu alle Gleise werden ersetzt, der Unterbau wird ausgetauscht, Schotter gewaschen, gekantet und wieder eingebaut.

Hunderte neue Fahrleitungsmasten werden gesetzt, Leitungen neu gezogen und Steuerungstechnik installiert. In den zwei Bauabschnitten Nord und Süd ist mit unterschiedlichen Technologien gearbeitet worden. In Süd sind die Gleise zum Beispiel sofort entfernt worden, in Nord hat man die alten Gleise genutzt, um erst die Masten vom Gleis aus zu wechseln. Vor allem in Süd mussten die Brücken wegen schwieriger Untergründe nochmals umgeplant werden. "Das hat den Baubeginn verzögert", so Michael Bung. Inzwischen gebe es Sicherungsvereinbarungen mit den Baubetrieben. "Wir sind zuversichtlich, dass wir das Vorhaben pünktlich fertig kriegen", sagt Michael Bung heute. Bei einer Pressereise zwischen Berlin und Elsterwerda zeigt er den Baufortschritt an einzelnen Stationen. In Baruth - dort hat sich die Stadt für eine barrierefreie Fußgängerunterführung starkgemacht - ist der Bahnhofsumbau im vollen Gange, in Golßen steht zu diesem Zeitpunkt das erste Widerlager der Brücke an der Bundesstraße, in Crinitz laufen die Arbeiten an Grabendurchlässen und die Vorbereitungen für den Brückenbau, bei Oppelhain ist die alte Klinkerbrücke abgerissen und Teile der neuen Brücke stehen.