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| 02:43 Uhr

Und der Zoff geht weiter …

Viele Dobraer wollen die Tempo-30-Zone nicht mehr.
Viele Dobraer wollen die Tempo-30-Zone nicht mehr. FOTO: fc
Dobra. Autofahren auf dem Radweg zwischen Dobra und Theisa – daran scheiden sich noch immer die Geister. Auch die Tempo-30-Zone im Ort passt vielen Einwohnern nicht. Frank Claus

Da brennt die Luft schon mehr als zehn Jahre. Auf dem rund dreieinhalb Kilometer langen Radwanderweg FR 5 zwischen Theisa und Dobra gibt es fast täglich Konflikte zwischen Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern. Problem: Nur eine Seite des Weges ist mit Fördermitteln des Landkreises mit einer Asphaltschicht versehen worden, die andere ist mit einer sandgeschlämmten Schotterdecke ausgestattet. Für Radfahrer völlig ausreichend. Doch an vielen Tagen sind mehr Autos auf der Piste als Pedalritter. Aber alle Nutzer wollen eins: Möglichst auf der Asphaltdecke dahinschweben. Immer wieder berichten LR-Leser von Beinahe-Kollisionen. Zu einem Unfall, so Stefan Wagenmann, Leiter des Straßenverkehrsamtes, ist es aber noch nicht gekommen. Die Kritiker des momentanen Zustandes monieren: Muss es erst dazu kommen, bevor endlich klare Verhältnisse für den Weg geschaffen werden?

Doch wie können die aussehen? Stefan Wagenmann und Kurstadt-Bürgermeister Thomas Richter (CDU) - Bad Liebenwerda hat im Jahr 2001 den Radweg per Vertrag übernommen und ist damit auch für die Verkehrssicherungspflicht zuständig - sind sich einig: entweder Schließung für den Fahrzeugverkehr mit Ausnahme von Radfahrern und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen oder Ausbau des Weges. Ersteres ist heute noch so abwegig wie vor zehn Jahren auch: Gut 650 Fahrzeuge nutzen den Weg nach Angaben des Straßenverkehrsamtes täglich. Es sind vor allem Autofahrer, die aus dem Raum Finsterwalde und Theisa in Richtung Elsterwerda zur Arbeit fahren. Auch Paketdienste und weitere Firmen-Kleintransporter nutzen die Abkürzung. In Theisa haben die Einwohner vor Jahren schon Unterschriften gegen eine Schließung gesammelt. Sie hatten sogar ermittelt, dass Theisaer, die künftig über Bad Liebenwerda nach Elsterwerda fahren müssten, etwa 280 Euro mehr Spritkosten pro Jahr zu berappen hätten.

Der Ausbau der Straße ist bislang wegen klammer Haushaltskassen immer wieder abgelehnt worden. Auch schwer kontrollierbare Vorschläge standen schon im Raum - unter anderem eine 30-km-Tempobegrenzung und die Sperrung für den Fahrzeugverkehr am Wochenende. Auch das normale Rechtsfahrgebot wie auf anderen Straßen war bislang nicht durchsetzbar. Die Radfahrer beharren auf ihren Asphalt, weil genau für den touristischen Zweck ja die Fördermittel ausgegeben wurden. Und die Autofahrer nutzen jede Gelegenheit, von der Holperpiste auf den Asphalt zu "hüpfen". So scheint es, dass auch diesmal die Dobraer mit ihrer neuerlichen Forderung, endlich Klarheit zu schaffen, wohl wieder nur Schnee aufwirbeln.

Ganz anders ist das mit ihrer Forderung, die Tempo-30-Zone und die damit einhergehende Rechts-vor-links-Vorfahrtregelung in ihrem Ort wieder aufzuheben. Während die Einwohner an vielen Kreuzungen neu entstandene Gefahrenherde monieren, beharren sowohl Bürgermeister als auch Straßenverkehrsamtschef auf die Reduzierung der Geschwindigkeit. Ihr Hauptargument: Nach erfolgtem dreistreifigen Ausbau der B 101 könnte sich der Verkehr in Dobra erhöhen. Zudem würden weniger Verkehrszeichen benötigt. Die Reduzierung der Geschwindigkeit bringe mehr Sicherheit für alle Einwohner des Dorfes. "Andere Orte fordern Tempo-30-Zonen, Dobra will sie nicht. Eigentlich unklar", ist der Bürgermeister etwas ratlos.