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| 18:04 Uhr

Geschafft: Jetzt rollt der Verkehr auf B 101 und B 183
Born to be wild - nehmen Sie es nicht zu ernst

Ein Datum mit Geschichtswert: 5. Oktober 2018. Die B-183-Ortsumfahrung Bad Liebenwerda und die dreistreifig ausgebaute B 101 zwischen Elsterwerda und Bad Liebenwerda werden zeitgleich übergeben. Das Band zertrennen die Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt (SPD), Kurstadt-Bürgermeister Thomas Richter (CDU), Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD), Frank Süsser, Referatsleiter im Bundesverkehrsministerium, Elsterwerdas Bügermeisterin Anja Heinrich, Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, und der Landtagsabgeordnete Rainer Genilke (alle CDU, von rechts).
Ein Datum mit Geschichtswert: 5. Oktober 2018. Die B-183-Ortsumfahrung Bad Liebenwerda und die dreistreifig ausgebaute B 101 zwischen Elsterwerda und Bad Liebenwerda werden zeitgleich übergeben. Das Band zertrennen die Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt (SPD), Kurstadt-Bürgermeister Thomas Richter (CDU), Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD), Frank Süsser, Referatsleiter im Bundesverkehrsministerium, Elsterwerdas Bügermeisterin Anja Heinrich, Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, und der Landtagsabgeordnete Rainer Genilke (alle CDU, von rechts). FOTO: LR / Frank Claus
Bad Liebenwerda. Es ist einer jener ganz besonderen Tage im „Leben“ einer Stadt:  Verkehrsfreigabe für Bad Liebenwerdas neue B-183-Ortsumfahrung und zugleich Fahrt frei auf der dreistreifig ausgebauten B 101 nach Elsterwerda. Von Frank Claus

Humor hat er, der Mann aus dem Berliner Bundesverkehrsministerium. Mit dem Refrain der Rockerband „Steppenwolf“ zwei Straßen freizugeben – das hat was. „Born to be wild“ (Geboren, um wild zu sein)  – nehmen Sie es nicht zu ernst“, meint er zu den vielen Gästen der Verkehrsfreigabe angesichts der aalglatt ausgebauten B 101 und B 183 am Freitag. Und auch sonst ist Frank Süsser bestens vorbereitet. Er schildert kurz, dass seit 2003 fast 50 Millionen Euro in Infrastrukturprojekte im Raum Bad Liebenwerda geflossen sind, streicht ein bisschen Honig, indem er sagt, dass die Kurstadt eine der wenigen Städte in ganz Deutschland sei, die über zwei Ortsumfahrungen verfügen und weckt Erwartungen: „Wir fühlen uns hier noch nicht fertig. Die Linienbestimmung für die Ortsumfahrung Elsterwerda läuft“, schließt er an und meint mit Blick auf Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD): „Wir warten auf die Unterlagen.“ Es sind satte Hausaufgaben, die er dem Land angesichts des vom Bund aufgelegten „Investitionshochlaufes“ aufbürdet. So bezeichne Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU; „ich soll Sie schön grüßen“) das Programm, das mehr Geld für die Infrastruktur vorsieht. „Wir haben das Geld und wollen ein 100-Millionen-Euro-Paket schnüren, das die Ortsumfahrungen von Elsterwerda und Plessa und den dreistreifigen Ausbau der B 169 bis zur Autobahnauffahrt Ruhland einschließt.“

Brandenburgs Verkehrsministerin scheint die Hausaufgaben nicht zu scheuen. „Wir wollen mehr Geld in Projekte, aber auch in das Personal stecken.“ Wenn der Landtag zustimmt, sollen im Landesbetrieb Straßenwesen 300 Stellen neu geschaffen werden.

Kathrin Schneider freut sich über die zwei neuen, etwa 43 Millionen Euro teuren Straßen: „Die Ortsumgehung (34 Millionen Euro) ist von großer Bedeutung für den Kurort Bad Liebenwerda. Die Innenstadt wird vom Verkehr entlastet und damit wird sich die Wohn- und Aufenthaltsqualität für Einheimische und Gäste enorm verbessern. Mit dem Ausbau der B 101 verbessern wir die Erreichbarkeit der beiden Städte Elsterwerda und Bad Liebenwerda. Mit der neuen Ortsumgehung auf der B 183 stehen dann insgesamt zehn Kilometer Straße ortsdurchfahrtsfrei und mit ausreichend Überholmöglichkeiten zur Verfügung.“ Wieder ein Stück Leila-Trasse (Leipzig-Lausitz) geschafft!

Die Planungen für die Ortsumgehung Bad Liebenwerda (B 183) begannen bereits 1994 und der Bau im Juni 2013. Neun Brücken und 16 Durchlässe wurden auf der 5,2 Kilometer langen Straße gebaut.

Der Ausbau der B 101 zwischen Bad Liebenwerda und Elsterwerda (8,5 Millionen Euro)  startete im September 2017. Auf dem fast fünf Kilometer langen Abschnitt wurde die Fahrbahn erneuert und Überholstrecken eingerichtet. „In Rekordzeit von gerade einmal einem Jahr“, wie Kathrin Schneider und Frank Süsser fast gleichlautend anerkennend meinen. „Und das bei der Hitze dieses Jahres, Respekt Männer!“, fügt die Ministerin an.

Bürgermeister Thomas Richter (CDU) berichtet davon, dass die Veränderung der Verkehrsströme in Bad Liebenwerda schon in einem Generalverkehrsplan, der zwischen 1981 und 1983 erarbeitet worden sei, verankert gewesen sei. Er erinnert an die Strapazen der Lkw-Lawine in der Innenstadt und meint angesichts der nun übergebenen Straßen: „Jetzt sind alle Voraussetzungen gegeben. Wir wollen Heilbad werden.“ Während einer Fahrt mit einem Skoda-Oldtimerbus des Elster-Nahverkehr geht es dann über die neue Trasse und die Innenstadt. Als wäre es bestellt: Der Bus muss stoppen, um einen entgegenkommenden Lkw vorbei zu lassen.

Dass die Freude über die zwei neuen Straßen unter den Einwohnern riesig ist, belegt indes schon das von der RUNDSCHAU initiierte Bürgerfest am Abend zuvor. Über das gewaltige Interesse sind die Mitarbeiter des Landesbetriebes baff. „Wir haben heute viel Anerkennung erfahren“, sagt Steffen Kleiner, Dezernatsleiter Planung. Und viele weitere Anregungen. Anke Schlosser vom Landesbetrieb hat sogar blitzschnell reagiert und greift einen Hinweis von Landwirt Jörg Bieligk auf. „Auf der Wirtschaftsstraße zwischen der Abfahrt nach Dobra und der Waldbad-Kreuzung werden wir entgegen ursprünglicher Planungen alle 300 Meter Ausweichspuren einrichten, damit landwirtschaftliche Fahrzeuge besser ausweichen können.“

Zum letzten Mal nehmen Hunderte Radler die Ortsumfahrung unter die Reifen, darunter ein von Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU) angeführter Trupp. Die von der Tourismus Information bereitgestellten Elektro-Bikes sind sofort ausgebucht. Im Festzelt laufen mit Unterstützung von Bernd Landmann die vielgelobten Videos von Jens Berger mit Luftaufnahmen vom Bauablauf auf der Leinwand. Mehrere Fässer Bier fließen aus dem Hahn. „Eine klasse Veranstaltung“, heißt es immer wieder. Möglich geworden ist sie auch, weil der Bauhof so unkompliziert geholfen hat.

Fahrt im Oldtimerbus über die Ortsumfahrung. Es geht auch noch einmal durch die Innenstadt, in der zu diesem Zeitpunkt noch Lkw rollen.
Fahrt im Oldtimerbus über die Ortsumfahrung. Es geht auch noch einmal durch die Innenstadt, in der zu diesem Zeitpunkt noch Lkw rollen. FOTO: LR / Frank Claus
Anke Schlosser (l.) vom Landesbetrieb Straßenwesen erläutert den B-101-Ausbau, greift einen Bürgerhinweis auf und lässt ihn sofort umsetzen.
Anke Schlosser (l.) vom Landesbetrieb Straßenwesen erläutert den B-101-Ausbau, greift einen Bürgerhinweis auf und lässt ihn sofort umsetzen. FOTO: Veit Rösler