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| 01:37 Uhr

Turm ist noch im Wachstum

Touristische Aufwertung. Der Aussichtsturm soll Besucher anlocken.
Touristische Aufwertung. Der Aussichtsturm soll Besucher anlocken. FOTO: Klut
Gröden.. Knapp die Hälfte seiner wahren Größe hat der Turm schon erreicht. Bis Ende September soll er auf stolze 34,02 Meter anwachsen. Zum Richtfest im August wird der Riese mitten im Wald schon von Weitem zu sehen sein. Von ines klut

Mehrmals in der Woche schaut Johannes Manig, der im Bauausschuss der Gemeinde arbeitet, auf der Baustelle vorbei. „Bisher verlief alles nach Plan“ , erzählt der Grödener. Selbst die schwierige Phase, als die zweite Betonetage mit dem ersten Holzstockwerk verankert wurde, habe prima geklappt. Insgesamt werden 85 Kubikmeter Beton und 52 Kubikmeter Holz verbaut. Das Lärchenholz komme aus Bayern und sei witterungsbeständig und resistent gegen Wurmfraß. Ende September, wahrscheinlich vor den Kommunalwahlen, soll der bisher noch namenlose Turm eingeweiht werden. „Wir nennen ihn immer Turm von Gröden“ , meint Johannes Manig. Diesen Besitzanspruch kann die Gemeinde durchaus geltend machen. Immerhin finanziert sie das Bauwerk, das mehr als 300 000 Euro kostet, komplett aus eigener Tasche. Der nur etwa hundert Meter von der höchsten Erhebung des Landes Brandenburg (Heidehöhe: 201,40 Meter) entfernte Turm soll das touristisch attraktive Gebiet an der Grenze zu Sachsen noch aufwerten.
Besucher sollen ganzjährig den Aufstieg und den Ausblick von der Plattform genießen können. „Zwischen den einzelnen Etagen gibt es kleine Ruhe-Bereiche, damit auch Leute, die nicht so gut zu Fuß sind, den Turm besteigen können“ , erklärt Johannes Manig. Demnächst werde sich die Gemeinde über ein Nutzungskonzept Gedanken machen müssen. Dazu gehöre zum Beispiel die Absicherung. „Es soll kein Eintritt erhoben werden“ , so Gemeindevertreter Holger Stroisch. Um die laufenden Kosten abdecken zu können, könnte ein Fernrohr auf der Plattform installiert werden. Außerdem soll eine Werbefläche am Turm einem regionaltypischen Unternehmen vorbehalten bleiben.

Historisches Drei Turmgeschichten
  Der erste Turm – der Bernhard-Turm – wurde 1853 vom Schlossherrn Bernhard von Rochow auf Strauch auf dem Gipfel des Heideberges gebaut. Der viereckige Turm kostete damals 800 Taler und stand allerdings nur neun Jahre. Blitzeinschläge und ein Orkan hatten den Holztum zerstört.
Turm Nummer zwei wurde völlig massiv gebaut und im Zweiten Weltkrieg zerstört. Ruinenreste sind noch heute vorhanden.
15 Jahre später wurde wieder ein Holzturm gebaut. Nachdem die Spitze abgerissen und 1972 wieder aufgesetzt wurde, stand der etwa 20 Meter hohe Turm bis zur Wende. Der im Volksmund auch „Straucher Turm“ genannte Turm wurde bis zur Wende hauptsächlich als Vermessungspunkt genutzt und danach abgerissen.