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Trommeln mit Leib und Seele

Vereinsgründerin Kerstin Lorenz hat in den neuen Trainingsräumen bereits die Akustik der japanischen Trommeln getestet.
Vereinsgründerin Kerstin Lorenz hat in den neuen Trainingsräumen bereits die Akustik der japanischen Trommeln getestet. FOTO: Brautschek
Bad Liebenwerda. Wenn der japanische Trommelverein Natsumi Taiko aus Bad Liebenwerda probt, wird es laut. Die Trommelschläge sind im ganzen Körper zu spüren. Ab heute wird auch das neue Dojo mit diesen Klängen erfüllt. Anja Brautschek

Seit drei Monaten renoviert der Verein die neuen Trainingsräume in der Berliner Straße. Mit liebevollen Details wie Reispapierwänden, japanischen Möbeln und selbst gemalten Wandbildern ist eine ideale Trainingsstätte mit japanischem Flair entstanden. Rund 5000 Euro hat der Verein mithilfe von Sponsoren hier investiert.

"Das alte Dojo am Markt wurde mit der Zeit einfach zu klein", sagt Vereinsvorsitzende Kerstin Lorenz. Außerdem könne sich der Verein fast wöchentlich über Auftritte freuen. "Die Miyas immer die Treppen runterzutragen, wurde auf Dauer aber anstrengend. Immerhin wiegt eine Trommel rund 25 Kilogramm", ergänzt sie. Bei der Suche nach neuen Räumen wurde der Verein im ehemaligen Gewürzmarkt in der Berliner Straße 23 fündig.

Japantag startet um 15 Uhr

"Es war jede Menge zu tun", sagt Kerstin Lorenz. Das fertige Ergebnis kann heute ab 15 Uhr besichtigt werden. Mit dem ersten Japantag in Bad Liebenwerda wird das Dojo eröffnet. Japanische Musik, Sushi und Tee dürfen dabei nicht fehlen. Die Trommelgruppe wird zudem eine Kostprobe ihres Könnens bieten.

Wenn die Natsumi Taiko mit ihren Bachi die japanischen Miya-Trommeln schlagen, sind die Energie und das Vibrieren in jeder Körperzelle zu spüren. Mit viel Kraft werden die Trommeln geschlagen. So verbindet das Hobby das Musikalische mit einem anspruchsvollen Fitness-Training. Die Gruppe aus Bad Liebenwerda hat dabei einen eigenen, modernen Stil entwickelt. Der gleicht eher einer unterhaltenden Show. Sogar Lichteffekte kommen mitunter zum Einsatz. "Wichtig ist, dass man mit vollem Herzen dabei ist", sagt Kerstin Lorenz. Musikalische Voraussetzungen seien nicht nötig. Die Gruppe spielt nicht nach Noten, sondern orientiert sich an Silben. Ein Gefühl für den Rhythmus und gegenseitige Rücksichtsnahme führen dann zu einem harmonischen Ganzen.

Kerstin Lorenz hat den Trommelsport während einer Weiterbildung im Rahmen ihrer Erziehertätigkeit vor einigen Jahren kennengelernt. "Ich habe das japanische Trommeln zum ersten Mal in Elsterwerda ausprobiert. Seitdem hat mich das nicht mehr losgelassen", erzählt sie. Es sei nicht vergleichbar mit anderen Sportarten. Die Energie ströme durch den ganzen Körper und stecke sogar das Publikum an. "Das ist total befreiend. Man kann sich dabei so richtig auspowern", erklärt Kerstin Lorenz.

Bereits 21 Mitglieder

Sie hat den Verein am 29. Juni 2015 gegründet und leitet die Trommelgruppe an. Tatkräftig wurde sie dabei von Josephin Beeg unterstützt, die ebenfalls seit einigen Jahren das Trommeln für sich entdeckt und den Verein mit auf den Weg gebracht hat. Mit ihrer Leidenschaft haben die beiden Bad Liebenwerdaerinnen schon einige angesteckt. Nach gut einem Jahr kann der Verein bereits auf 21 Mitglieder blicken.

Regelmäßig bildet sich Natsumi Taiko mit Workshops über Techniken weiter und lernt dabei neue Stücke kennen. Bis nach Hamburg und Düsseldorf reisen die Mitglieder dafür. Auch mit Trommelgruppen aus Dresden, Magdeburg und Chemnitz sind sie im engen Kontakt.

Mit dem Projekt "Trommeln des Ostens" sollen im kommenden Jahr alle Gruppen auf eine Bühne gebracht werden. "Das wird ein großer Höhepunkt hier in der Region werden", verspricht Kerstin Lorenz. Am 1. April soll das Konzert im Haus des Gastes in Falkenberg stattfinden. "Ein weiterer großer Wunsch ist, einmal mit der ganzen Gruppe nach Japan zu reisen und echte Taikospieler zu erleben."