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| 15:36 Uhr

Elbe-Elster-Kreis
Die Finsterwalder haben den höchsten Verbrauch

FOTO: Fotolia
Elbe-Elster-Kreis. Im Juni kletterte die Abnahmemenge aber auch beim Wasserverband Elsterwerda und beim Verband in Herzberg erheblich. Von Frank Claus, Birgit Rudow und Gabi Böttcher

Die Mineralquellen GmbH vermeldet seit Wochen Absatzrekorde und kommt angesichts des anhaltend warmen Frühjahrs und Sommers an die Grenzen der Produktionskapazität. Wie sieht das in den Wasserverbänden aus? Ist der Trinkwasserverbrauch sprunghaft angestiegen? Laut statistischem Bundesamt lag der Wasserverbrauch im Jahr 2017 in Deutschland bei   121 Litern pro Person am Tag.

Herzberg „Wegen der derzeitigen Hitze und Trockenheit verbrauchen die Menschen im Verbandsgebiet viel mehr Wasser als üblich“, sagt Mario Kestin, der Vorsteher im Herzberger Wasser- und Abwasserverband (HWAZ). Pro Tag laufen während der Hitzewelle täglich 6880 Kubikmeter statt nur 5100 Kubikmeter Wasser durch die Hähne der rund 8500 angeschlossenen Haushalte.

„Wir verkaufen beispielsweise derzeit rund 35 Prozent mehr Wasser als sonst um diese Jahreszeit.“, sagt Hendrik Fabian der Wasserwerksmeister im Verband. Aufs Jahr hochgerechnet, so Mario Kestin, entspräche das einem Verbrauch von 146 Liter pro Einwohner am Tag.

Die Automatisierung sei im Verband jedoch soweit fortgeschritten, dass das Trinkwasser jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden könne. Schwankungen seien nicht ungewöhnlich. „Die von unseren Kunden betätigten Wasserhähne drehen sich ständig auf oder zu. Mal tröpfelt, mal sprudelt es, oder es flutet aus allen Hähnen gleichzeitig – volles Rohr also“, sagt Mario Kestin. Die durchschnittliche Wasserabgabe von etwa 1800 Kubikmetern pro Tag sei in Herzberg in 2018 um das 1,8-fache erhöht bei einer gemessenen Spitze von 3230 Kubikmeter am Tag. „Auf solch einhergehende Lastspitzen können wir mit den aktuellen digitalen Prozessen effizient und ruckzuck reagieren“, sagt der Verbandsvorsteher. Dadurch bleibe die Versorgungssicherheit hoch und die HWAZ-Netze würden weder über- noch unterlastet.

Elsterwerda Der Durchschnittsverbrauch beziehungsweise die Wasserabgabe des Wasserwerkes Oschätzchen, das die Kunden im Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Abwasserverbandes Elsterwerda (WAV) versorgt,  beträgt nach Angaben von Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel im Normalfall (Herbst bis Frühjahr) zwischen 3500 bis 3700 Kubikmeter pro Tag. Im Mai 2018 seien es etwa 4450 Kubikmeter am Tag gewesen (2017 4200 Kubikmeter) Im Juni 2018 gab es einen Anstieg auf 4400 Kubikmeter am Tag  (2017 4150 Kubikmeter). Allerdings habe es auch Spitzenwerte mit 5359 Kubikmeter am 28. Mai und 5618 Kubikmeter am 8. Juni gegeben. Der Wasserverband Elsterwerda verfügt mit ODW Elsterwerda und dem Wonnemar in Bad Liebenwerda über zwei besonders große Trinkwasser-Abnehmer.

Eine Zunahme zur vergünstigten Nutzung von Trinkwasser zur Gartenberegnung habe es nicht gegeben. Das Prinzip funktioniert in allen Verbänden ähnlich: Wer Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz nutzen möchte, ohne dafür wie sonst üblich Abwassergebühren zu bezahlen, der muss sich einen separaten Wasserzähler an einer Stelle einbauen, von der aus das entnommene Trinkwasser nicht mehr in den Schmutzwasserkanal eingeleitet werden kann. Durch den Verband wird der Zähler verplombt und dafür eine Gebühr verlangt.

Finsterwalde „Der Wasserverbrauch in Finsterwalde liegt im ersten Halbjahr 2018 ungefähr auf dem Niveau des gleichen Zeitraumes 2017“, sagt Geschäftsführer Jürgen Fuchs. Dabei hätten die Finsterwalder in den ersten fünf Monaten sogar etwas gespart. Aber spätestens seit Juni klettert der Verbrauch. An heißen Tagen werden täglich bis zu 3900 Kubikmeter statt der üblichen 2800 Kubikmeter in das Trinkwassernetz eingespeist. „Zurzeit verzeichnen wir Spitzenwerte, die an einzelnen Tagen bis zu 40 Prozent über dem Durchschnittswert des Vergleichszeitraumes des vergangenen Jahres liegen“, sagt Harry Prell, der Anlagenfahrer im Wasserwerk. Auf das Jahr hochgerechnet entspräche dies einem Verbrauch von 195 Litern pro Abnahmestelle am Tag. Auf Grund zielgerichteter Investition in die Infrastruktur des Trinkwassernetzes, so der Geschäftsführer,  könne zu jeder Tages- und Nachtzeit der minimale Tagesbedarf von etwa 2300 Kubikmetern wie auch der Maximalwert für die 8450 Kunden in zuverlässiger Qualität geliefert werden.