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| 12:58 Uhr

Darts
Treffsicher fliegen die Pfeile auch ins neue Jahr

Einige der Spieler des Elsterwerdaer Dartclubs. Wer beruflich und familiär Zeit hat, trainiert bis zu dreimal in der Woche in der Café-Bar „Carpe diem“.
Einige der Spieler des Elsterwerdaer Dartclubs. Wer beruflich und familiär Zeit hat, trainiert bis zu dreimal in der Woche in der Café-Bar „Carpe diem“. FOTO: Manfred Feller / LR
Elsterwerda. Konkurrenz für die starken Finsterwalder. Nach dem Start vor zwei Jahren stellt der junge Dartsclub in Elsterwerda inzwischen zwei Mannschaften in der Liga. Von Manfred Feller

Wenn Profis ihre Pfeile auf die Dartsscheibe werfen, dann sieht es so herrlich leicht aus. Einfach auf jenes Feld schauen, das man treffen möchte - und die Spitze sticht genau dort hinein. In der Amateurrealität trennen Wunsch und Wirklichkeit jedoch Welten. Das weiß jeder, der schon einmal aus genau 2,37 Metern Entfernung das in einer Höhe von exakt 1,73 Meter liegende kleine rote Bull’s Eye treffen wollte. Wie man es richtig macht, zeigen bis zum 1. Januar die besten Werfer bei der WM in London.

Zu den Dauerzuschauern am Fernseher gehören derzeit auch viele der Pfeilewerfer der Freien E-Dartsliga Niederlausitz. Mittendrin die Spieler aus der Hochburg Finsterwalde und die Fastneulinge aus Elsterwerda. Während die Berufssportler mit ihren zumeist sehr großzügig geschnittenen Safari-Polohemden auf die Steeldartsscheibe mit schwereren Pfeilen werfen, die mit ihrer Metallspitze unbedingt stecken bleiben müssen, begnügen sich die Elbe-Elster-Spieler mit dem Elektronic-Darts. Fast jeder kennt es: Das Gerät zählt im Gegensatz zur Sisal- oder Kunststoffscheibe die Punkte kopfrechenfreundlich von ganz allein mit.

Passend zu der langsam auch in Deutschland aufkommenden Dart- euphorie hat Manuel Sicker vor zwei Jahren die erste Elsterwerdaer Mannschaft ins Rennen geschickt. Weil das Interesse immer größer wurde, gehen seit dieser Saison zwei gleichwertige Teams an den Start. Gespielt wird in der unteren C-Liga gegen elf Mitbewerber. Beide Mannschaften halten sich derzeit im Mittelfeld auf. Der 31-jährige Clubchef Manuel Sicker, der beim Bund und Kapitän der II. Mannschaft ist, peilt aber mittelfristig den Aufstieg an.

Die Saison von Anfang Mai bis Ende März des Folgejahres hat es in sich. Wer es zeitlich schafft, trainiert dreimal in der Woche (die Professionellen mehrere Stunden täglich) und absolviert monatlich zwei Ligaspiele. Die Gegner kommen aus Finsterwalde, Weißwasser, Peitz, Hoyerswerda, Schwarzheide, Senftenberg, Bad Muskau und aus der Liga-Zentrale Ruhland. Die Kunstnamen der Teams sollen Respekt und Furcht einflößen. Da gibt es die Dschungel Monkeys, die Springteufel, die Darts-Mafia, die Black Scorpions, die wilden Hunde und das Komanda Druschba.

Zugbegleiter Thomas Linke aus Elsterwerda ist beruflich im Raum München tätig und spielt dort in der Kneipenliga. Nach 20 Jahren Pfeile werfen sieht er sich als guter Amateur. Während die Profis beim Spiel „501“ etwa 15 Darts brauchen, ist der 42-Jährige beim „301“ mit bis zu 18 Pfeilen dabei. Es ist also noch Luft nach oben da.

Der Elsterwerdaer Ralf Nitsche (36) ist seit eineinhalb Jahren dabei. Der Zerspanungsmechaniker mag diesen Sport. In einem Ligaspiel, das mehr als zwei Stunden dauern kann, werden einschließlich der Vorbereitung bis zu 500 Pfeile geworfen. „Das ist eine Kopfsache“, sagt er. Doch die Konzentration so lange aufrecht zu halten, sei gar nicht so einfach. „Trotzdem ist dies ein Sport für alle Altersgruppen, für Kinder, Frauen, Männer, Senioren – für die ganze Familie und alle Berufsgruppen. Es ist gesellig und das Verletzungsrisiko gering. Bis zum letzten Pfeil kann jeder gewinnen“, lädt er zum Mitmachen ein.

Ganz billig ist Dart nicht. Die Automaten, die der Ligabetreiber stellt, müssen über die gespielte Zeit bezahlt werden. Hinzu kommen die weiten Fahrwege zu den Turnieren.

Dem Elsterwerdaer Dartclub gehören heute vier Frauen und 18 Männer an. Sascha Häßlich kommt extra aus Gröden. Auch der 30-Jährige, der beim Bund dient, ist begeistert: „Das ist der krasseste Sport. Von außen sieht es so leicht aus, aber vom Spieler wird alles abverlangt.“ Training sei das A und O. In Elsterwerda im „Carpe Diem“ fliegen die Pfeile dienstags und mittwochs von 19 bis 21 Uhr und Sonntags von 13 bis 16 Uhr.