Von Veit Rösler

Eine Sprayer-Gang aus New York hätte das nicht besser machen können! Mit Staubschutzmasken und Schutzhandschuhen ausgerüstet und farb-orgienmäßig rundherum bunt beschmiert: Am Wochenende sahen die Jugendlichen aus Gorden im Alter zwischen 17 und 25 Jahren nach der Aktion so aus, als hätten sie eben in der amerikanischen Wolkenkratzermetropole eine U-Bahn farbgestalterisch platt gemacht.

Unter fachkundiger Anleitung von Auftragsmaler Marc Knust (38) aus Leipzig wurde das Treppenhaus des Jugendclubs in ein Gesamtkunstwerk verwandelt. Etwa 100 Spraydosen mit verschiedensten Farbschlägen kamen zum Einsatz. Zuvor schon hatten sich einige der Jugendlichen in Eigeninitiative und damit im eigentlichen Sinne illegal mit Spraydosen in dem Gebäude künstlerisch betätigt, allerdings mit geringem ästhetischen Erfolg. Das Projekt wurde von Energieversorger enviaM mit 1500 Euro gefördert.

Im tieferen Sinn sollen Jugendliche vom Besprühen öffentlicher Einrichtungen abgehalten werden. So werden nicht nur zur künstlerischen Gestaltung freigegebene Flächen fachgerecht bearbeitet, sondern auch Informationen über Konsequenzen und Kosten von Sachbeschädigungen durch Sprayer vermittelt.

Der Gordener Jugendclub, der sich in einer ehemaligen Wohnung über dem Gemeindeamt befindet, wird seit 2017 mit mehreren Sanierungsmaßnahmen sporadisch auf Vordermann gebracht. An der Vorbereitung auf die Graffiti-Kunst-Aktion haben die Jugendlichen in Eigeninitiative die Grundierung im Treppenhaus übernommen. Voraussichtlich im Mai soll es einen Tag der offenen Tür geben, um den Gordener Einwohnern den Sanierungsfortschritt zu zeigen.

Der Graffitikünstler Marc Knust hat bereits an mehreren Stellen im Amt Plessa und darüber hinaus im Elbe-Elster-Kreis öffentliche Gebäude und Firmenliegenschaften in Kunstwerke verwandelt. Der Beruf ist ursprünglich aus einem aus frühester Jugend stammenden Hobby entstanden. Wegen der großen Resonanz und dem offensichtlichen Erfolg soll es zeitnah einen weiteren Graffiti- Workshop im Amt Plessa geben, so Jugendkoordinatorin Tina Ducke (33).