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| 18:53 Uhr

Aus dem Rathaus Elsterwerda
„Das Trauzimmer gehört ins Rathaus“

FOTO: Schulzfoto / fotolia
Elsterwerda. Elsterwerdas Bürgermeisterin traut sich was: die Rolle rückwärts und den Job als Standesbeamtin. Von Frank Claus

Für Elsterwerdas neue Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU) steht fest: „Das Trauzimmer gehört ins Rathaus.“ Doch sie will nicht einfach die Rolle rückwärts machen, nur um Eheschließungen in Elsterwerda ihr amtliches Siegel aufzudrücken. „Ich habe Verständnis für die einst getroffene Entscheidung, das Trauzimmer aus dem Rathaus ins benachbarte Stadthaus zu verlegen. Richtig gut finde ich das aber trotzdem nicht.“

Erst im Jahr 2014 war das Trauzimmer aus dem Rathaus, wo es in der ersten Etage im Sitzungssaal angesiedelt war, ebenerdig ins Stadthaus verlegt worden. Zuvor musste eigens für Trauungen immer das Ratszimmer erst aus- und später wieder eingeräumt werden. Anja Heinrich findet es für Paare und die Hochzeitsgesellschaft nicht besonders schön, wenn man nach der Zeremonie ins Freie tritt und quasi auf der Straße zwischen Stadthaus und Bushaltestelle steht.

Sie möchte das Trauzimmer in das Erdgeschoss des Rathauses bringen, wo es ebenfalls barrierefrei erreichbar ist und wo Paare beim Gang aus dem Rathaus mehr Platz haben und nach abgeschlossener Sanierung der Kirche auch ein optisch reizvolles Fleckchen in der Stadt vorfinden.

Doch übers Knie brechen möchte sie dennoch nichts. „Wir müssen dazu Raumzuschnitte verändern. Das kostet auch“, zeigt sie sich realistisch und hat deshalb nötige Vorprüfungen veranlasst. Zudem wirke der Rathausbrand aus dem Jahr 1995 heute noch nach. Die Feuchtigkeit nach den Löscharbeiten sei heute immer noch im Mauerwerk. „Wir müssen abwechselnd lüften und heizen“, sagt sie.

Zudem wolle Anja Heinrich das Trauzimmer nicht nur für Eheschließungen herrichten lassen, sondern auch zu repräsentativen Zwecken. „Ich möchte zum Beispiel, dass jede Schulklasse mindestens einmal im Rathaus war. Dort würde ich sie gern empfangen.“ Weitaus intensiver will sie auch wieder das Elsterschloss als Traumöglichkeit bewerben. „Dafür habe ich seinerzeit mit  dem SPD-Abgeordneten Rudolf Scheibe erfolgreich gekämpft.“

Und noch etwas will die Bürgermeisterin. Ab Mai wird sie einen Lehrgang zur Standesbeamtin besuchen, um so „werbend und wohlwollend für unsere Heimatstadt Elsterwerda“ Paare „mit den besten Wünschen und Segenswünschen einer Bürgermeisterin in den Stand der Ehe“ zu begleiten. „Gemeinsam mit den Standesbeamten der Stadt, als Team und als Repräsentanten werden wir gern auf die Wünsche unserer Brautpaare eingehen“, sagt sie.

FOTO: Fotolia/Esin Deniz / LR