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Traum vom neuen Dach ist erfüllt

Bürgermeister Gottfried Heinicke glaubt nur das, was er selber sieht und klettert auf das neue Kulturhausdach in Plessa. Tatsächlich, es ist so gut wie fertig.
Bürgermeister Gottfried Heinicke glaubt nur das, was er selber sieht und klettert auf das neue Kulturhausdach in Plessa. Tatsächlich, es ist so gut wie fertig. FOTO: vrs1
Plessa. Die nagelneue Haube auf dem Kulturhaus in Plessa ist nahezu fertig. Das verrät der Blick unter das schützende Überdach, das in der kommenden Woche abgebaut werden soll. Der Winter und der Karneval können damit nach Plessa zurückkehren. Veit Rösler

Gäbe es diesen einen schweren Stein, der dem Plessaer Bürgermeister Gottfried Heinicke (60) vom Herzen fallen könnte, dieser würde glatt das neue Dach bis zum Keller durchschlagen. So schwer wiegt die Erleichterung über die gelungene Investition in das Denkmalgebäude. Das Gemeindeoberhaupt klettert schon mal bis auf den Dachfirst, um sich vom Baufortschritt und der Qualität der Arbeiten der Handwerker selbst ein Bild zu machen. Immerhin muss das Dach Jahrzehnte halten. Die Rüstung und das Wetterschutzdach seien allerdings die Hauptkostenverursacher.

Mehrere Jahre haben der Kulturverein und viele Einwohner verbissen um Geld für die Sanierung der Hülle des Kulturhauses gekämpft. Ihr Einsatz war erfolgreich.

Noch breitet sich das riesige Wetterschutzdach über die rote Dachfläche aus. Dieses soll voraussichtlich am 21. und 22. September zurückgebaut werden. Ein 200-Tonnen-Schwerlastkran mit einem 70-Meter-Ausleger wird dabei helfen.

Derzeit bedecken noch 24 Felder mit einem Gewicht zwischen drei bis sechs Tonnen die mehr als 60 Meter lange Dachfläche. "Das wird eine Sternstunde für alle Plessaer Einwohner, wenn das neue Dach über dem Zentrum erstrahlt", kann dies Gottfried Heinicke kaum erwarten. "Wir rechnen und hoffen auf 100 Jahre Haltbarkeit. Was die nächsten Generationen mit dem Kulturhaus machen, liegt dann nicht mehr in unseren Händen", meint der Bürgermeister. Er schaut nach seiner Arbeit regelmäßig auf der Baustelle vorbei.

Das Wetterschutzdach war notwendig, weil der Saal des Kulturhauses eine filigrane, aufgehängte Decke besitzt, die keine Feuchtigkeit verträgt.

Wenn der Kran zur Demontage aufgestellt und das Wetterdach zurück gebaut wird, werden unmittelbar danach die Rauchabzugshauben eingebaut. Deren Anschlüsse sind bereits vorinstalliert. Die Hauben sollen im Havariefall für einen schnellen Rauchabzug aus dem Gebäude sorgen.

Derzeit installieren die Elektro-meister Roland Waschfeld (67) aus Hohenleipisch und Matthias Born (41) aus Plessa die Blitzschutzanlage, die über die leitenden Verbindungen der Fallrohre an Erdeinführungsstangen angeschlossen wird.

Die sieben an der Sanierung beteiligten Firmen hätten erstklassig und auch zügig gearbeitet, sagt Gottfried Heinicke. Sechs Firmen kommen aus der Umgebung.

Das Wetterschutzdach wird vorerst nur bis zur Höhe der Regenrinnen zurückgebaut, denn im Oktober sollen noch die Fenster auf der Nordseite, auf der Westseite und einige auf der Südseite erneuert werden. Zusammen mit der flächendeckend verlegten und 25 Zentimeter starken Dämmung auf der Zwischendecke hoffen die Plessaer, die Heizkosten in den Griff zu bekommen. Leider reicht das Geld nicht für alle Fenster. Die dann noch fehlenden sollen in den nächsten Jahren ausgetauscht werden. Diese können dann aber von innen ohne Rüstung eingebaut werden. Es gibt also auch künftig noch genug zu tun an dem markanten Gebäude.