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| 02:40 Uhr

Totes Ferkel im Wald entdeckt

Der Tierkadaver aus dem Gordener Wald wird untersucht.
Der Tierkadaver aus dem Gordener Wald wird untersucht. FOTO: Streubel
Gorden. Im Wald bei Gorden sind im Landesforstrevier Grünhaus ein totes Ferkel sowie wahrscheinlich Kopf und Schwarte des Muttertieres gefunden worden. "Das ist eine Sauerei", erklärt Revierleiterin Simone Streubel aus Lauchhammer. Kathleen Weser

Denn Nutztierhalter, die sich toter Tiere und Schlachtresten im Wald entledigten, erhöhten leichtfertig die Seuchengefahr. "Schwarzwild, Fuchs und Wolf fressen Tierreste wie diese und können sich durch den Kontakt selbst anstecken und Viren und Bakterien dann weiter verbreiten", erklärt die Wald-Expertin, die selbst auch Jägerin ist. Die Schweinepest könne so rasant übertragen werden. Und auch die Afrikanische Schweinepest (ASP), die noch gefährlichere Variante, sei aus dem Osten auf dem Vormarsch.

Das aufgefundene tote Ferkel, ein Hängebauchschwein-Läufer, ist umgehend von einem Tierarzt nach Herzberg gebracht und im kreislichen Veterinäramt begutachtet worden. Das bestätigt Elbe-Elster-Sprecher Torsten Hoffgaart. Noch sei unklar, ob das Jungtier vor dem Ablegen im Wald bereits das Leben ausgehaucht hatte oder vor Ort verendet sei. Die Fachbehörde habe eine tierpathologische Untersuchung angeordnet. "Mit dem Ergebnis ist etwa Mitte der nächsten Woche zu rechnen", erklärt Hoffgaart weiter. Aufgeklärt werde jetzt auch, ob das Tier erkrankt gewesen sei.

Zum Beseitigen von Tierkadavern gibt es klare gesetzliche Vorschriften. "Sollte das Tier in dem Wald einfach tot entsorgt worden sein und der Verursacher wird gefunden, drohen hohe Bußgelder", bestätigt der Kreissprecher. Die Gesetzeskeule könne mit bis zu 100 000 Euro schwer treffen.

Die Veterinärbehörde geht grundsätzlich davon aus, dass gerade den Nutztierhaltern die Entsorgungsfirmen auch bekannt sind. Informationslücken sind im Notfall schnell mit einem Anruf im Herzberger Kreishaus zu schließen, betont Torsten Hoffgaart.

Tierkörperteile wie Knochen und Reste vom Schlachten werden gelegentlich im Wald entdeckt, verendete Haustiere selten.

Diese durch die Tierkörperbeseitigung abholen zu lassen, ist finanziell zu erträglichen Kosten leistbar. Das Entgelt für ein totes Schwein liegt unter zehn Euro.

Revierförsterin Simone Streubel appelliert an die Vernunft.