Sie ist putzig anzusehen, die kleine Waldkauz-Dame „Waltraud“, wie sie da neugierig aus seiner Transportkiste lunscht. Naturpark-Ranger Tino Gärtner hat auf seinem heimischen Grundstück in Bad Liebenwerda schon so manchen verletzten oder zu jung aufgefundenen Zwei- und Vierbeiner aufgepäppelt. In den vergangenen Wochen war „Waltraud“ bei ihm zu Gast. Bis Mitte dieser Woche. Nun hat er den Kauz in die Auffang-, Pflege- und Auswilderungsstation für Greifvögel und Eulen in der Försterei Oppelhainer Pechhütte gebracht. Tino Gärtner: „Dies ist eine von zwei solcher Stationen im ganzen Land Brandenburg.“ Der Waldkauz soll dort noch ein paar Tage ihre Flugmuskulatur trainieren und das richtige Jagen erlernen. In sein Facebook-Profil hat er von „Waltraud“ noch ein Abschiedsvideo gestellt und sich so von ihr verabschiedet: „Wünschen wir ihr danach ein langes Leben in ihrem angestammten Lebensraum. Gleite noch lange auf lautlosen Schwingen durch die Nacht ,Waltraud’!!“

Naturpark-Ranger Tino Gärtner kümmert sich auch um Turmfalken

Schon lange kümmert sich Tino Gärtner auch um die Turmfalken auf dem Turm der St. Nikolaikirche und auf Bad Liebenwerdas Wahrzeichen, dem Lubwartturm. Seit der Sanierung gibt es am Lubwartturm zwei Nistkästen für Turmfalken. Tino Gärtner weiß: „Diese wurden passgenau in die Fensternischen eingebaut und das Anflugbrett lässt sich von innen über einen Seilzug nach oben klappen, verschließt damit den Kasten und verhindert das Herausspringen der Jungvögel.“ Beide Kästen sind in diesem Jahr besetzt, beide Weibchen sind Ringvögel, die Männchen, so der Ranger, „haben sich bisher erfolgreich einer Kontrolle entzogen.“
Beim Kontrollgang in dieser Woche hat er gemeinsam mit Naturfreund Holger Teichert die Gelege inspiziert und festgestellt, dass eins fünf Eier umfasst. Ein Ei sei befruchtet aber abgestorben, der Rest war unbefruchtet.
Im zweiten Kasten befinden sich zwei Jungvögel. Diese wurden von Beiden vermessen, gewogen und tragen jetzt einen Ring der Vogelwarte Hiddensee. Tino Gärtner: „Danke den Mitarbeitern des Mitteldeutschen Marionettenmuseums für die unkomplizierte Übergabe des Turmschlüssels und natürlich Dank an Holger, welcher den wissenschaftlichen Teil übernahm.“