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| 10:55 Uhr

Thomas Richter ist der neue Bürgermeister in Bad Liebenwerda

Sieg. Thomas Richter ist der klare Gewinner der Bürgermeisterwahl in Bad Liebenwerda.
Sieg. Thomas Richter ist der klare Gewinner der Bürgermeisterwahl in Bad Liebenwerda. FOTO: Veit Rösler
Bad Liebenwerda. Auch das ist Wahlkampf: Während die Bürger gestern noch über das künftige Stadtoberhaupt von Bad Liebenwerda abstimmten, fanden schon erste Strategiegespräche statt. Nicht am Tisch wie gewöhnlich, sondern wie sollte es für einen Pferdenarr wie Thomas Richter anders sein: In der Pferdekutsche beredete er sich mit seiner Gegenkandidatin, der Hauptamtsleiterin Bärbel Ziehlke. Beim Zobersdorfer Kutschenkorso hatten sich beide Kandidaten noch einmal dem Wahlvolk präsentiert – wie geschrieben: Gemeinsam in einer Kutsche. Von Frank Claus

Vorsorglich hatte da noch keiner die Zügel in die Hand genommen. Doch seit gestern Abend steht fest: Thomas Richter (CDU) wird ab September die Geschicke der Stadt Bad Liebenwerda lenken. Mit deutlicher Mehrheit von über elf Prozent der Stimmen setzte er sich gegen Bärbel Ziehlke (parteilos) durch. Er selbst sei sehr überrascht gewesen von diesem deutlichen Ausgang, erklärte der Wahlsieger im RUNDSCHAU-Gespräch. Und er betonte sogleich: "Nun kommt es darauf an, gemeinsam an einem Strang zu ziehen." Bei den Auftritten in den Ortsteilen sei beiden Kandidaten bewusst geworden, worauf die Schwerpunkte zu setzen sind.
Thomas Richter hatte zunächst im Haus des Gastes von den ersten positiven Zahlen aus den Wahllokalen gehört und stolz davon seiner Mutter berichtet. Vor dem Rathaus umarmte er seine beiden Kinder und begab sich dann siegesgewiss in den Sitzungssaal, wo inzwischen fast alle Zahlen mittels Projektor an die Wand geworfen waren. Da fehlten nur noch zwei Wahllokale. Als schließlich das vorletzte Ergebnis einging und Thomas Richter klar weiter vorn lag, begann die Gratulationsrunde. "Der erste Strauß ist blau-gelb", frohlockte Joachim Philipp, der damit darauf anspielte, dass der FDP-Chef Donald Leske zuerst mit Blumen gratulierte. Auch Thomas Richters Chef, der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen, ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu gratulieren.

Die Gegenkandidatin Bärbel Ziehlke sammelte sich zunächst im Foyer des Rathauses, nachdem sie die ersten Zahlen zur Kenntnis genommen hatte. Ob sie die Kandidatur bereut habe, wollte die RUNDSCHAU wissen und bekam ein klares Nein zur Antwort. Die vier Monate Wahlkampf seien zwar zu kurz gewesen, um der Popularität von Thomas Richter noch nachhaltiger etwas entgegen zu setzen, aber für sie sei die Zeit wie "ein kleines Direktstudium" gewesen. "Ich habe viel dazu gelernt, was mir in meiner Arbeit zugute kommen wird." Natürlich sei sie traurig, nun doch nicht die erste Frau als Bürgermeisterin geworden zu sein.
Der SPD-Fraktionschef im Kreistag, Detlev Leißner, zeigte sich hingegen sehr enttäuscht vom Wahlausgang – vor allem, weil er in dieser Wahl schon einen Gradmesser für die Landtagswahl im September sah. Die SPD habe es nicht geschafft, ihre Bürger zu motivieren und die Wähler würden Kommunal- und Bundespolitik nicht auseinander halten. Das sehe man, so Leißner, auch an den Ergebnissen der Europawahl, wo die Sozialdemokraten hinter CDU und PDS im Landkreis nur auf Platz drei einkamen. Thomas Richter hofft indessen, dass seine Wahl "auch Glück für die Stadt", die sich im Aufbruch befinde, bringe. Er wolle alles dafür tun, die Stadt ab September weiter zu entwickeln. Richter abschließend: "Ich freue mich darauf – und bin mit ganzer Kraft dabei."