ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:12 Uhr

„Es kann so einfach sein“
Theisa träumt von einem Schloss

„Das hat was!“ – so klingt Euphorie in Theisa. Mehr als 70 Neugierige sind am Wochenende ans Gutshaus gekommen, um sich mit den Ideen zur Nachnutzung des in die Jahre gekommen Gebäudes zu befassen. Künstler Steffen Modrach setzt auch hier auf den Hundertwasser-Stil.
„Das hat was!“ – so klingt Euphorie in Theisa. Mehr als 70 Neugierige sind am Wochenende ans Gutshaus gekommen, um sich mit den Ideen zur Nachnutzung des in die Jahre gekommen Gebäudes zu befassen. Künstler Steffen Modrach setzt auch hier auf den Hundertwasser-Stil. FOTO: Veit Rösler
Theisa. Um das Gutshaus im Dorf Theisa zu erhalten, setzt Steffen Modrach auf  ein Projekt mit Aha-Effekt. Von Veit Rösler

Dieser Spannungsbogen hat schon mal funktioniert und was da präsentiert wurde, hat Chancen, in die Tat umgesetzt zu werden! Die Geheimniskrämerei des in Theisa in der Gründung befindlichen „Fördervereins Gutshaus“ und von Künstler Steffen Modrach aus Naundorf bei Schlieben hat mehr als 70 Neugierige zum alten Rittergut gelockt. Der „Förderverein Gutshaus“ hat sich auf die Fahnen geschrieben, in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Bad Liebenwerda, Fördermittelstellen, Sponsoren und anderen Unterstützern das Gutshaus im Ortskern wieder attraktiv und damit nutzbar zu machen. Durch die Fördervereinsvorsitzende Marianne Vogler-Balsiger angeschoben, hat sich Künstler Steffen Modrach der Problemstellung angenommen und ein Projekt erarbeitet. Steffen Modrach zeichnete zunächst einmal eine Bestandsanalyse auf. Ein unschönes im Verfall befindliches Gebäude mit ansteigender Feuchtigkeit im Keller, mit Rissen im Mauerwerk und desolaten Baumaterialien sucht nach Mitteln zur Erhaltung. Diese sind mutmaßlich wegen des schlechten Gesamtzustandes nicht zu erwarten, denn es gebe im Land Brandenburg Hunderte ähnlicher Gebäude in einem ebenso schlimmen Zustand.

Es brauche also ein Wunder, um das 250 Jahre alte und daher eigentlich wertvolle Gemäuer zu erhalten. In Anlehnung an die Brandenburg-Image-Kampagne des brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) „Es kann so einfach sein“ meint Künstler Steffen Modrach, es brauche nur ein möglichst außergewöhnliches Konzept mit Alleinstellungsmerkmal, das aufgrund seiner Individualität auch noch überregional Neugierige anlocke und damit Mittel erwirtschafte.

Steffen Modrach zog Vergleiche mit außergewöhnlichen und zum Teil spektakulären Gebäuden, wie dem Schloss Neuschwanstein, den Hundertwasserprojekten in Wien und Magdeburg und dem Eiffelturm in Paris, die all diese Stätten berühmt und reich gemacht haben.

In einer feierlichen Zeremonie wurde dann zusammen mit Sabine Töpfer-Schwab das geheimnisvolle Projekt in Form eines dreidimensionalen Gebäudes enthüllt. Erwartungsgemäß zeigt sich das in der Fantasie umgestaltete neue Gutshaus in Form von Schloss Lilllliput in Naundorf bei Schlieben, das Steffen Modrach ebenfalls entwickelte. Auch das lehnt sich an Konzepte von Friedensreich Hundertwasser (Friedrich Stowasser; 1928-2000) an. In das Projekt sollen – wie bei Hundertwasser – Konzepte der Natur, in dem Fall des Naturparkes Niederlausitzer Heidelandschaft, einfließen und es soll Theisa weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt machen. Erstaunlicherweise zeigten sich nahezu alle Anwesenden von dem Projekt beeindruckt. „Das hat was“ und Formulierungen wie „wunderbar“ und „außergewöhnlich“ waren mehrfach zu hören. Es gab kaum Gegenstimmen. Wenn überhaupt, drehten sich diese um die Finanzierbarkeit. „Also ich sehe wegen der außergewöhnlichen Extravaganz des Projektes wenige Probleme, dafür Mittel zu bekommen“, meinte Kulturamtsleiter Andreas Pöschl zuversichtlich. Kreisdenkmalpfleger Gerd Günther sieht in der Umsetzbarkeit ebenfalls weniger Schwierigkeiten als vielmehr in der dauerhaften Nutzung.

Trist, unscheinbar und mit viel Reparaturbedarf: das Gutshaus heute.
Trist, unscheinbar und mit viel Reparaturbedarf: das Gutshaus heute. FOTO: Veit Rösler