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| 18:53 Uhr

Neuer Treffpunkt
Theisa frischt Dorfzentrum auf

Hinter dem Gutshaus in Theisa gibt es nun einen Freizeit- und Kulturtreff. Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter (r.) würdigt die Initiative des Traditionsvereins und des Feuerwehrvereins, hier die Vorsitzenden Bianka Böhm und Robby Gessner.
Hinter dem Gutshaus in Theisa gibt es nun einen Freizeit- und Kulturtreff. Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter (r.) würdigt die Initiative des Traditionsvereins und des Feuerwehrvereins, hier die Vorsitzenden Bianka Böhm und Robby Gessner. FOTO: Sabine Töpfer-Schwab / Veit Rösler
Theisa. Freizeit- und Kulturtreff eingeweiht. Hat die Region nun auch einen festen Hexentanzplatz? Von Veit Rösler

Gerade erst ist der neue Freizeit- und Kulturtreffpunkt in Theisa mit Bürgermeister, Ortsvorsteherin, Feuerwehr und Freizeitverein in einem offiziellen feierlichen Festakt hinter dem alten Rittergut eingeweiht worden, da hat der herrlich gelegene Platz hinter dem Gutsgebäude auch schon seinen Spitznamen: Hexentanzplatz! In der Walpurgisnacht zum 1. Mai sind hier die Hexen der Region, darunter auch Ortsvorsteherin Elke Greger, sowie Bianka Böhm und Sabine Töpfer-Schwab vom Vorstand des Traditionsvereins unter dem Schein des abnehmenden Vollmondes über das Hexenfeuer in den 1. Mai gesprungen. Manch eine Zauberin benutzte sogar ihren Besen. Sprichwörtlich zaubern können müssen auch die Verantwortlichen für die noch zu bewältigenden Aufgaben. „Das Gelände vor und hinter dem Gutshaus ist der Dorfmittelpunkt von Theisa. Das seit ein paar Wochen nicht mehr bewohnte Gutshaus selbst soll und muss erhalten und der Gemeinschaft zugeführt werden. Momentan wird versucht, einen Förderverein aufzubauen und Partner für das Projekt Gutshaus zu finden. Es ist ein großes Objekt und somit ein großes Unterfangen, bei dem wir ohne Unterstützung nicht viel erreichen können“, erklärt Ortsvorsteherin Elke Greger. Die beiden unabhängigen und doch verbundenen Projekte Freizeit- und Kulturtreffpunkt sind im Außenbereich hinter dem Gutshaus zu finden. „Der Feuerwehr- und auch der Traditionsverein sowie viele andere Helfer haben je eineinhalb Jahre für die Entwicklung und Umsetzung der Ziele gebraucht“, beschreibt Ortsvorsteherin Elke Greger die zurückliegenden Monate. Mit Start Juni 2016 hat der Feuerwehrverein Fördermittel für das Projekt beantragt. Zuvor war schon das Feuerwehrdepot und ein kleinerer Dorfmittelpunkt vor dem alten Gutshaus aufgebaut worden, der sich allerdings für Feiern mit dem ganzen Dorf als viel zu klein entpuppte. Nun wurden ab Juni 2017 hinter dem Gutshaus die alten und vollkommen verfallenen Gebäude abgetragen und eingeebnet. Darunter auch das alte Gefängnis des Rittergutes. Mit den Fördermitteln in Höhe von 5000 Euro haben Feuerwehrverein und Traditionsverein ein Volleyballfeld, eine Tischtennisplatte, einen Backofen und einen Grillplatz eingerichtet. Daneben hat sich der Traditionsverein um den Aufbau einer Streuobstwiese gekümmert. „Leider sind schon viel zu viele Streuobstwiesen aus unserer Region verschwunden. Wir wollten einen Beitrag leisten, um an diese schöne Obstanbautradition zu erinnern und anzuknüpfen“, meint die Vorsitzende des Traditionsvereins, Bianka Böhm. Insgesamt zehn Obstgehölze – Apfel, Birne und Pflaume – wurden für die Streuobstwiese angepflanzt. Perspektivisch wird die Sanierung des alten Rittergutsgebäudes die größte Herausforderung. Dieses ist vermutlich im 15. Jahrhundert an Stelle eines mutmaßlichen Vorgängerbaus errichtet worden, meint Sabine Töpfer-Schwab vom Vorstand des Traditionsvereins. Die Zisterzienser des Klosters Dobrilugk sollen hier im 13. Jahrhundert Fuß gefasst, das Gelände aber später wieder verkauft haben.

Hartnäckig halten sich die Gerüchte, dass es vom Keller des alten Rittergutes unterirdische Gänge zum Kloster in Doberlug und nach Liebenwerda gegeben haben soll. Historiker haben dafür bislang keine Belege gefunden.

Schaurig schön: Ob der Platz hinterm Gutshaus in Theisa künftig alljährlich in der Walpurgisnacht Hexentanzplatz wird?
Schaurig schön: Ob der Platz hinterm Gutshaus in Theisa künftig alljährlich in der Walpurgisnacht Hexentanzplatz wird? FOTO: Veit Rösler