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| 02:46 Uhr

Test mit der Biotonne ist bestens gelaufen

Für den Abfallverband ist die von den Haushalten freiwillig bestellte Biotonne eine Erfolgsgeschichte.
Für den Abfallverband ist die von den Haushalten freiwillig bestellte Biotonne eine Erfolgsgeschichte. FOTO: AEV
Lauchhammer. Zwang erzeugt Frust und Unmut. Der Abfallentsorgungsverband "Schwarze Elster" mit Sitz in Lauchhammer, zuständig für den Landkreis Elbe-Elster und den Süden des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, hat bei dem Pilotversuch mit der Biotonne auf Freiwilligkeit gesetzt und ist damit bis heute gut gefahren. Manfred Feller

Anders als in vielen Zwangsgebieten im Bundesgebiet, wo die Biotonne oftmals als Restmüllbehälter zweckentfremdet wird, liegt hier der Anteil der Störstoffe bei nur zwei Prozent.

Nach einem Jahr sollte der Versuch mit der Biotonne eigentlich schrittweise auf das Verbandsgebiet ausgeweitet werden. Doch daraus wird nach Aussage von Verbandsvorsteher Dr. Bernd Dutschmann erst einmal nichts. Die vorhandenenVergärkapazitäten auf dem Gelände der Mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage in Freienhufen (OSL) reichen für große Mengen nicht aus. "Die Planung für die große Kompostieranlage läuft", sagt Dr. Dutschmann. Falls die Genehmigung erteilt wird, rechnet er mit dem Baubeginn frühestens 2018. "Im Idealfall gehen wir damit im Jahr darauf in Betrieb", bleibt der Vorsteher zuversichtlich. Investiert werden sollen etwa drei Millionen Euro - einschließlich des Umbaus des dortigen Wertstoffhofes. Der momentan noch am Standort Freienhufen aufbereitete Restmüll soll dann in einem anderen Unternehmen verbrannt werden.

Nach dem Ende des Pilotversuchs Biotonne bleiben die ausgegebenen mehr als 2000 Behälter mit dem braunen Deckel im Testgebiet Gemeinde Schipkau und Stadt Großräschen mit rund 15 000 Einwohnern. Das ist fast ein Zehntel der Bevölkerung im Verbandsgebiet. Binnen eines Jahres sind hier 565 Tonnen Bioabfälle eingesammelt worden. Die Abfuhr erfolgt an einem Tag alle 14 Tage - im Winterhalbjahr mit geringerem Aufkommen mit einem Entsorgungsfahrzeug und im Sommerhalbjahr mit zwei Fahrzeugen. Der Verband ist mit der abgegebenen Menge an Bioabfällen zufrieden. Die Vorgabe des Kreislaufwirtschaftsgesetzes von mindestens 35 Kilogramm je Einwohner und Jahr werde erreicht.

Nur wenige Haushalte, die die Tonne einst bestellt hatten, hätten diese wieder zurückgegeben. Andere seien hingegen hinzukommen oder hätten eine größere Tonne verlangt. Auch aus anderen Teilen des Verbandsgebietes sei Bedarf angemeldet worden.

Für die 120-Liter-Tonne müssen nach der Testphase statt einem zwei Euro je Schüttung bezahlt werden. Dies sei die reale Gebühr. 240 Liter kosten nun drei Euro.

Gespart werde dennoch. Denn die Restabfalltonne kostet 3,93 beziehungsweise 7,86 Euro pro Schüttung (120/240 Liter). Da etwa 45 Prozent des Inhaltes der Restmülltonne Bioabfälle sind, werde diese neben der mehrmaligen Zwangsentleerung im Jahr darüber hinaus seltener vor die Tür gestellt. Zudem brauchen viele Grundstücksbesitzer nicht mehr den Laubsack einkaufen und werden Grünabfälle los, die sich zu Hause zum Kompostieren weniger oder gar nicht eignen.