Heimat, was ist das, wie fühlt sie sich an? Welche Freuden löst sie aus, welche Spannungen? Die Cotbuser Tanzkompanie hat sich dem Thema gewidmet. Choreografin Golde Grunske lässt die drei Tänzer und die eine Tänzerin am Donnerstag dieser Woche (10. Juni) über das Marktplatzpflaster in Bad Liebenwerda beschwingt tanzen, mal auch springen oder über das harte Gestein rollen. Ausdrucksbilder der jeweiligen Gefühlslage. „In Zeiten wie diesen...“ hat sie das Stück genannt. Begleitet werden die TänzerInnen von zwei Musikern.

Heimat – Glück und Last

Das Stück hatte im Jahr 2019 in Forst Premiere. Der Inhalt? Die Auseinandersetzung mit dem Jetzt und Heute, die vor allem „in der stark von Veränderungen geprägten Lausitz“, so Golde Grunske, „besonders stark und emotional ausfällt.“ Das bevorstehende Aus des Kohlebergbaus, der immer sichtbar um sich greifende Wandel der Landschaften – aber auch die Flüchtlingsproblematik würden die Menschen bewegen. Dazu: Klimaschutz, Weg- und Zuzug, die Organisation innerhalb der Familie.
Immer wieder spielen Koffer eine Rolle. Die habe sie gewählt, weil diese Symbol für vieles sein können, so Golde Grunske nach der Premiere im Jahr 2019. Gerade werden einem der Tänzer drei Koffer auf den Rücken gestapelt. „Heimat kann einen auch erdrücken, wenn man nicht loslassen kann“, erklärt die Choreografin die Szene.
Für die Tanzkompanie ist der Auftritt in Bad Liebenwerda seit mehr als einem Jahr coronabedingter Pause so etwas wie ein Neustart. Um 19 Uhr geht es am Donnerstag los. Wer nah ran möchte an die Künstler, muss ein Negativattest bzw. die Coronaschutzimpfungen vorweisen. Hinter einem Absperrband kann man die Aufführung aber auch verfolgen - mit Abstand und wie auf dem Markt bei Wochentagen ebenso üblich mit Maske. Wer möchte, sollte sich einen Campingstuhl oder eine Decke zum Hinsetzen mitbringen. Das Stück geht etwa eine Stunde. Der Eintritt ist frei.
Am 17. Juni, 15 Uhr, ist das Stück auf dem Marktplatz Finsterwalde zu sehen.