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Superschnelles Internet für Röderland

FOTO: Photographer: Silvano Rebai (44279808)
Haida. Das Industrie- und Gewerbegebiet Haida bekommt schnelles Internet. Und auch in die Erschließung des gesamten Landkreises kommt Bewegung. Firmen sind aufgefordert, bis Mai ihre Angebote zur Breitband-Erschließung der Planungsregion Lausitz-Spreewald abzugeben. Frank Claus

Die Gewerbebetriebe im Industrie- und Gewerbegebiet "Östliche Kiessandgrube" Haida der Gemeinde Röderland können bis spätestens Januar 2015 ultraschnell über die weltweite Datenautobahn fahren. Das ist einer Pressemitteilung der Deutschen Telekom zu entnehmen. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung wird demnach je nach Entfernung zum Schaltgehäuse bis zu 50 000 Kilobits pro Sekunde (KBit/s) im Download erreichen. Der VDSL-Ausbau (Verry Highspeed Digital Subscriber Line) - das ist eine DSL-Technik, die wesentlich höhere Datenübertragungsraten über gebräuchliche Telefonleitungen liefert - ist für fast 300 Kunden vertraglich mit der Telekom vereinbart worden.

Röderland-Bürgermeister Markus Terne (parteilos) bestätigt die Vertragsunterzeichnung. Die Gemeinde steuert aus eigenem Haushalt einmalig 95 000 Euro zu, um Einwohner und Firmen schneller versorgen zu können. Dazu hat die Gemeinde Mittel aus europäischen Fördertöpfen erhalten. Die 95 000 Euro Eigenanteil der Gemeinde und die Fördermittel sollen die sogenannte "Wirtschaftlichkeitslücke" schließen, die ein Investor hat, wenn er in strukturschwachen Gebieten mit wenigen Kundenanschlüssen die neuen Kommunikationssysteme installiert.

Telekom-Pressesprecher Georg von Wagner zu technischen Hintergründen: "Die Internetgeschwindigkeit hängt davon ab, wie nah jemand am nächsten Schaltverteiler wohnt. Die Telefonleitung, über die der Datenstrom ab der Vermittlungsstelle geschickt wird, dämpft das Signal Meter um Meter. Ab einer Entfernung von rund fünf Kilometern spielt die Technik nicht mehr mit. Um die Einwohner in Röderland besser versorgen zu können, wird die Deutsche Telekom rund fünf Kilometer Glasfaserleitungen neu verlegen und zwei den Haushalten näher gelegene Schaltverteiler errichten, die die DSL-Technik beinhalten. Wegen des Leitungsverlaufs werden davon auch die Orte Würdenhain und Haida profitieren.

Brandenburgs Wirtschaftsministerium will den Ausbau des Glasfaser-Breitbandnetzes bis Ende 2015 abschließen. In den drei nordöstlichen Regionen Prignitz-Oberhavel, Uckermark-Barnim und Oderland-Spree sei die Finanzierung mit 54 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung gesichert.

In der Region Prignitz-Oberhavel werde die Telekom knapp 400 Kilometer Glasfaser verlegen und somit rund 49 000 Haushalte mit schnellen Internet-Verbindungen versorgen. In den beiden anderen Regionen laufe die Ausschreibung. Bis März 2015 soll der Ausbau im Nordosten abgeschlossen sein.

In den südwestlichen Regionen Lausitz-Spreewald (mit EE) und Havelland-Fläming geht das Ministerium von einem Investitionsbedarf in Höhe von 53 Millionen Euro aus. Im Mai solle für beide Gebiete das europaweite Ausschreibungsverfahren beginnen.