Auch im zweiten trockenen, heißen Sommer hintereinander ist die Ernte der Imker in Elbe-Elster mit jenen der Landwirte zu vergleichen. „Sie lag unter dem Durchschnitt der Vorjahre und war ähnlich jener von 2018“, resümiert Ralf Kulschewski, Vorsitzender des nur acht aktive Mitglieder zählenden Imkervereins Elsterwerda und Umgebung. „Wenn die Pflanzen keine oder zu wenig Feuchtigkeit erhalten, dann gibt es auch weniger Honig“, ergänzt das langjährige Vereinsmitglied Roland Bude.

Trockenheit beendet die Bienensaison

In den drei Jahrzehnten, in denen er dabei ist, hat er noch keine Verschiebung der Bienensaison aufgrund möglicher klimatischer Veränderungen festgestellt. „Je nach Frühlingsstart verschiebt sich die Saison etwa zwei Wochen nach vorn oder hinten“, sagt er. „Hält die Dürre im Sommer an, dann ist das Bienenjahr nach der Linde vorbei“, sagt Ralf Kulschewski. Den warmen Wochenbeginn hatten die Honigbienen noch einmal zum Ausfliegen genutzt. Am Mittwoch war es damit durch den Regen und kühlere Temperaturen schon wieder vorbei.

Trotz der nicht gerade idealen Bedingungen in diesem Jahr sind die Imker recht zufrieden mit der Saison. Roland Bude vergleicht: Sein Vater hatte fünf Völker. Jedes lieferte etwa 30 Pfund Honig. Die neu gezüchteten Bienen mit geringerer Stechgefahr und höherer Leistung bringen pro Volk bis zu 50 Kilogramm Honig. Heute haben die Vereinsmitglieder durchschnittlich rund zehn Völker. Vor der Wende sei es ein Mehrfaches dessen gewesen. Die Älteren werden sich noch an die vielen Bienenwagen erinnern, die an den Feld- und Waldrändern gestanden haben.

Die nicht umsonst so bezeichneten fleißigen Bienen brauchen etwa 200 Blüten für einen vollen Honigmagen. Bis zu fünfmal am Tag düst jede von ihnen mit Tempo 20 durch möglichst blütenreiche Landschaft. Im zeitigen Frühjahr sind es, so Ralf Kulschewski, Haselnuss und Kornelkirsche. Es folgen im April Weide und Obstbäume. „Wir hatten in Elbe-Elster in diesem Jahr eine herrliche Obstbaumblüte“, blickt der Vereinsvorsitzende zurück. Auch die Robinie sei sehr gut gewesen. „Wir hatten sogar etwas Heidehonig aus der Umgebung um Hohenleipisch und Kraupa“, berichtet er. Doch mit den Völkern in die Heide zu wandern, sei aufwendig und durch die Spinnweben im Heidekraut mit teilweise hohen Bienenverlusten verbunden. Dagegen bereite die Hitze den Bienen als wichtige Nutztiere keine Probleme.

Wo sind die Kornblumen geblieben?

Mehr Sorgen mache der wachsende Blütenverlust. „Auf den Feldern sieht man kaum noch Kornblumen und Mohn. Elsterwerda hatte früher mehr Linden. Und die modernen Steingärten sind zwar pflegeleicht, aber darin blüht es kaum noch“, kritisiert Imker Roland Bude. Wo möglich, sollten Gärten und Wiesen nur zweimal im Jahr gemäht werden, damit alles wachsen kann. „Wir brauchen auch mehr Blühstreifen. Andere Bundesländer sind bei der Förderung weiter als wir. Früher wurden die Kulturen auf den Feldern gewechselt. Heute steht dort immer wieder Mais für die Biogasanlagen“, moniert Roland Bude.